Einige Elektrogeräte stehen vor einer Wand © viperagp/Adobe Stock

Energiesparen in der Küche

Energiesparen in der Küche – das geht einfacher, als Sie denken. Mit ein paar grundsätzlichen Überlegungen und Tricks können Sie Ihren derzeitigen Energiebedarf um bis zu 40 Prozent reduzieren – ohne auf Komfort zu verzichten. Wir haben die nützlichsten Energiespartipps für Sie zusammengestellt.

Circa 30 Prozent des Gesamtenergieverbrauchs entfallen in einer Durchschnittsfamilie auf den Küchenbereich. Reichlich Strom verbrauchen sämtliche Küchengeräte sowie Beleuchtung und Unterhaltungselektronik. Sparen können Sie schon bei der Planung durch clevere Auswahl Ihrer Geräte. Das gilt für Kühltechnik, Kochen und Backen, Dunstabzug sowie Geschirrspüler.

Die größten Energiefresser in der Küche

Fangen wir mit den Energiefressern an: den Kühlgeräten. Die laufen das ganze Jahr ohne Pause und müssen große Temperaturunterschiede ausgleichen. Bei der Wahl neuer Geräte werden Sie von Ihrem Küchenplaner garantiert auf die Energieeffizienzklassen angesprochen. Sämtliche Geräte, die Ihnen auf Ihrer Suche begegnen, tragen ein sogenanntes Energielabel. Es gibt Auskunft über den exakten Stromverbrauch sowie die Eingruppierung in die jeweilige Effizienzklasse. Diese reichen bei Kühlgeräten momentan noch von A+++ (höchste Effizienzklasse) bis zu längst indiskutablen Geräten der Klasse G. Ihre Wahl sollte sich auf jeden Fall zwischen Geräten abspielen, die mindestens ein Plus hinter dem A aufweisen. Bis zum Jahr 2020 soll das EU-Energielabel verändert und angepasst werden. Die für den Verbraucher verwirrenden Pluszeichen werden dann nach und nach verschwinden.

Als Faustregel gilt: Jedes + mehr spart ca. 25 Prozent Energie im Vergleich zum Gerät mit einem + weniger. Bei den heutigen Strompreisen amortisieren sich die höheren Anschaffungskosten für das effizientere Gerät nach vier bis sechs Nutzungsjahren locker.

Dasselbe gilt für Ihren Herd sowie den Backofen. Hier werden die Geräte derzeit noch zwischen D und A+++ klassifiziert. Auch wenn Ihr Kochbetrieb selten länger als zwei Stunden am Tag dauert, lohnt sich die Entscheidung für ein Energiespargerät, denn Kochen und Backen verbrauchen aufs Jahr gerechnet annähernd so viel Energie wie der Kühlschrank.

Energielabels werden auf dem Smartphone angezeigt © Andrey Popov/Adobe Stock

Die alten Energielabel für Haushaltsgeräte mit der Kennzeichnung A+ bis A+++ werden bald der Vergangenheit angehören. In Zukunft bezeichnet A die höchste Energieeffizienz, G die niedrigste.

© Andrey Popov/Adobe Stock

Energieeffizienzklassen richtig einschätzen

Geschirrspüler sind ebenfalls klassifiziert, jedoch werden derzeit nur drei Geräteklassen angeboten: A+, A++ und A+++. Somit ist ein A+-Gerät, auch wenn es sich nicht so anhört, eine ziemliche Stromschleuder. Grundsätzlich können Sie den Energiebedarf Ihres Geschirrspülers reduzieren, wenn Sie ihn ans Warmwassernetz anschließen – das spart das Temperieren des Spülwassers. Ob das bei Ihrer Anschlusskonstellation sinnvoll ist, können Sie mit Ihrem Küchenplaner klären. Auf dem Energielabel der Spülmaschine sind drei weitere Pflichtangaben wichtig für Ihre Entscheidung. Das sind Wasserverbrauch, Trocknungswirkung und Lautstärke. 

Dunstabzugshauben werden erst seit 2015 obligatorisch mit Energielabel verkauft. Zurzeit reicht die Klassifizierung von A+ bis G, das heißt also, dass ein Gerät der Effizienzklasse C durchaus noch als akzeptabel vom Verbrauch her anzusehen ist.

Für alle Elektrogeräte, ob Backofen, Geschirrspüler oder Kühlschrank, gilt, dass man sie nach spätestens zehn Jahren austauschen sollte. In dieser Zeit sind deutlich energieeffizientere Modelle auf den Markt gekommen, mit denen Sie viel Strom sparen können.

Energiesparen mit Induktion

Auch beim Kochen können Sie ohne großen Aufwand Energie sparen. Dazu sind vor allem Töpfe und Pfannen mit guter Wärmeübertragung zu empfehlen: Als ideal gelten Edelstahltöpfe mit Sandwichböden. Bei diesen ist die Wärmeübertragung in den Topfboden besonders effektiv. Auch mit Teflonpfannen können Sie auf dem Küchenherd Energie sparen. Diese benötigen im Vergleich zu Emailletöpfen und -pfannen nur rund 75 Prozent der Energie beim Kochen und Braten. Omas alte verbeulte Töpfe und billige Camping-Alutöpfe sollten Sie daher aus der Küche verbannen. Auch die Wahl des Kochfeldes hat großen Einfluss auf Ihre Energiebilanz. Induktion ist hierbei zu bevorzugen: Ein Induktionsherd produziert nur Hitze, wo sie gebraucht wird, nämlich im Kochgut. Die Fläche unter dem Topf wird dabei nur mäßig heiß. Damit arbeitet ein Induktionskochfeld deutlich schneller und somit energiesparender als Elektro- oder sogar Gaskochfelder.

Zehn weitere Energiespartipps für die Küche

  1. Verwenden Sie wo möglich LED-Leuchtmittel: Die sparen bis zu 90 Prozent Energie im Vergleich zu herkömmlichen Leuchtmitteln.
  2. Verzichten Sie weitestgehend auf das Vorheizen des Backofens. Lediglich für Speisen mit einer krossen Kruste ist Vorheizen sinnvoll, ansonsten dient dies bloß der besseren Einhaltung der Zeitangaben im Rezept. Die meisten Speisen gelingen ebenso gut ohne Vorheizen und Sie sparen neben der Energie auch noch Zeit. Schalten Sie Backofen oder Elektrokochfeld ruhig ein paar Minuten vor Ende der Koch- oder Backzeit aus. Die Nachwärme reicht meist aus, um das Gericht fertig zu garen. Für den Backofen gilt: Umluft kommt mit niedrigeren Temperaturen aus als Ober- und Unterhitze und hilft somit beim Energiesparen.
  3. Nutzen Sie Ihre Geschirrspülmaschine konsequent. Im Gegensatz zum Abspülen per Hand spart ein Geschirrspüler mit Energiesparklasse A+++ ungefähr 75 Prozent an Wasser und 50 Prozent an Stromkosten. Geschirr sollten Sie nicht vorspülen, wenn Sie eine Geschirrspülmaschine haben. Die Geräte können auch starke Verschmutzungen lösen.
  4. Wählen Sie beim Spülen das richtige Reinigungsprogramm. Für leicht verschmutztes Geschirr reichen Kurzprogramme. Verzichten Sie zudem möglichst auf Vollprogramme und nutzen Sie bei normal verschmutztem Geschirr die Spar- und Eco-Programme, damit sparen Sie bis zu 30 Prozent Energie.
  5. Schalten Sie die Spülmaschine nur an, wenn diese auch voll ist.
  6. Ein Eierkocher spart im Vergleich zum Herd circa 50 bis 60 Prozent an Stromkosten. Ähnliches gilt für den Wasserkocher.
  7. Die Temperatur im Kühlschrank liegt optimal bei 7 °C und bei -18 °C im Gefrierfach. Abweichungen erhöhen die Lebensdauer von Lebensmitteln nicht wesentlich und kosten erheblich mehr Strom. Stellen Sie keine warmen Speisen in den Kühlschrank, das Runterkühlen kostet 20 Prozent mehr Strom! Es ist dagegen sinnvoll, Lebensmittel im Kühlschrank aufzutauen. Zum einen ist das schonender als in der Mikrowelle oder auf dem Herd, zum anderen lassen sich aufgetaute Speisen schneller erwärmen. Außerdem kühlt das Gefrorene Ihren Kühlschrank ab.
  8. Gefrierfach überprüfen und regelmäßig abtauen. Sind die Wände vereist, frisst das doppelt so viel Energie.
  9. Stellen Sie die Kühlgeräte nicht direkt neben den Herd oder auf die Sonnenseite Ihrer Küche – das kostet in unseren Breitengraden bis zu 30 Prozent mehr Energie. 
  10. Wenn Sie längere Zeit nicht zu Hause sind, lassen Sie Ihre Geräte nicht im Stand-by-Modus, sondern schalten Sie diese komplett aus.

Energieberatung: Teil einer guten Küchenplanung

Mit den nützlichen Alltagstipps lässt sich natürlich Energie sparen. Ein Gros lässt sich aber schon bei der Planung erreichen. Machen Sie einen großen Bogen um Stromfresser. Das hilft Ihnen, dauerhaft eine Menge Strom zu sparen. MHK-Küchenprofi Dirk Schläfer, Inhaber eines Küchenstudios in Mainz, rät: „Der Energie- und Nachhaltigkeitsgedanke ist vielen Kunden ein ernstes Anliegen. Daher raten wir besonders bei der Geräteausstattung zu Geräten mit hervorragender Energiebilanz – dieses Mehr an Investition amortisiert sich in der Regel bereits nach wenigen Jahren.“ Nutzen Sie den Erfahrungsschatz und das Know-how ausgebildeter Küchenprofis und lassen Sie sich bei der Küchenplanung über die effizientesten Energiesparmöglichkeiten in Ihrer Küche beraten. So sparen Sie auf lange Sicht gesehen bares Geld und schonen die Umwelt – so kocht es sich noch mal schöner.

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