Beim Küche planen muss man vieles beachten. © schulzfoto/Fotolia

Richtig planen – So wird die schöne Küche auch praktisch

Wer eine Küche plant, denkt im ersten Schritt meist nur an das Aussehen. Für den optimalen Küchenspaß ist die Funktionalität der Küche aber mindestens genauso wichtig. Schließlich schaffen Sie ja einen Raum, in dem regelmäßig „kreativ gearbeitet“ wird. 

Form und Funktion: Die Symbiose aus beidem erreichen Sie, wenn Sie einen versierten Küchenprofi mit ins Boot holen. Und einen cleveren Plan in der Tasche haben, den wir Ihnen hier an die Hand geben. Beginnend von Ihren räumlichen Gegebenheiten über die Möglichkeit von Anschlüssen bis hin zu den Details lässt sich ein solcher Plan prima in einer Fünf-Punkte-Liste zusammenfassen.

1. Räume, Maße, Anschlüsse

  • Bauliche Voraussetzungen: Messen Sie genau aus, wie groß Ihre Küche werden darf. Wichtig dabei: Fenster und Türen beachten für eine spätere Planung von Lichtelementen.  
  • Anschlüsse aufzeichnen: Skizzieren Sie Wasser/Abwasseranschluss, Strom/Starkstrom und Möglichkeiten für den Dunstabzug nach draußen.

2. Küchenformen und Stile

  • Welche Küchenform darf es sein? Ist die klassische L-Form sinnvoll, funktioniert die u-förmige Anordnung oder haben Sie sogar genug Platz für eine Insel?
  • Wohnkonzept: Geht die Küche ins Ess- beziehungsweise Wohnzimmer über (offene Küche) oder wird sie zum eigenen Raum?
  • Stil Ihrer Küche: Landhaus, modern oder klassisch? Definieren Sie Ihren Küchenstil! Unser Stilberater hilft Ihnen dabei.
  • Fronten und Griffe: Passend zu Ihrem Küchenstil gibt es verschiedene Materialien zur Gestaltung der Fronten. Holz? Kunststoff? Edelstahl? Nun werden Sie zum Designer.

3. Ergonomie

  • Arbeitsplatte: Sie ist das Küchenelement, das Sie täglich am häufigsten nutzen. Vor- und Nachteile von Haptik, Optik und Reinigungsverhalten der Materialien sollte man deshalb genau überdenken.
  • Die richtigen Höhen: Wer ist in der Küche am aktivsten? Auf diesen „Küchenchef“ müssen die Arbeitshöhen der Platte, der Spüle, der Kochstelle und der Einbaugeräte angepasst werden. 
  • Ergonomische Anordnung der Arbeitsbereiche: Man spricht auch vom magischen Dreieck: Vorbereiten – Kochen – Spülen. Beachten Sie kurze Wege zwischen den Hauptarbeitsbereichen Ihrer Küche.

4. Geräteausstattung

  • Kochfeld, Backofen, Kühlschrank und Geschirrspüler: Bei der Auswahl der Technik passieren häufig Fehler. Definieren Sie Ihre Ansprüche an die Geräte, mit denen Sie arbeiten werden. Und vergessen Sie nicht den Energieaspekt. Es gibt sehr sparsame und dennoch leistungsfähige Geräte.

5. Grobplanung Stauraum

  • Sie brauchen Platz für mehrere Hundert Kilo Utensilien – dafür benötigen Sie reichlich Stauraum in Schränken und Auszügen.

Mit der Berücksichtigung dieses Fünf-Punkte-Plans geben Sie Ihrem Planungsprofi alle relevanten Informationen an die Hand, die er für seine Arbeit braucht.

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Kurze Laufwege

Kurze Laufwege

Die Laufwege zwischen den Arbeitsbereichen sollen kurz sein, aber auch nicht zu knapp bemessen. Bewegungsfreiheit in der Küche gehört ebenso zur funktionalen Küchenplanung wie der clevere Einbau der Geräte und eine gute Beleuchtung.

Funktionalität: Ergonomie trifft auf Gestaltung

Die Funktionalität Ihrer neuen Küche hängt natürlich von den oben beschriebenen Punkten ab, die sowohl technischer wie stilistischer Natur sind. Darüber hinaus sollten Sie auch unbedingt ergonomisch denken (siehe auch Ratgebertext „Ergonomie in der Küche“). Das betrifft die Aufteilung und die Ausrichtung der wichtigsten Aktionsbereiche. Denn was nutzt Ihnen ein Hightechkombidämpfer, den Sie gerade mal auf Zehenspitzen bedienen können. Oder wie ärgerlich ist es, wenn Sie mit tropfnassem Gemüse im Sieb die halbe Küche durchqueren müssen, um es in den Wok zu befördern? Wichtig in der funktionalen Küchenplanung ist also die Ergonomie. Dazu hier Tipps zu den wesentlichen Aspekten:

Auf die richtigen Höhen achten

Die richtige Höhe der Arbeitsplatte ist einer der wichtigsten Faktoren bei der Küchenplanung, denn von ihr hängt die grundsätzliche Körperhaltung ab, die Sie beim täglichen Arbeiten einnehmen. Bei zu geringer Höhe belasten Sie den Rücken und besonders die Bandscheiben, eine zu hoch angebrachte Arbeitsplatte verursacht schnell eine unnatürliche Haltung der Arme und Schultern. Ergonomieexperten sind zu dem Schluss gekommen, dass es die perfekte Arbeitshöhe nicht gibt. Sie sollte sich zwar an Ihrer Körpergröße orientieren, aber eben auch an der jeweiligen Tätigkeit. Verschiedene Arbeiten fordern also unterschiedliche Höhen: Gemüse putzen, Abwaschen oder Anbraten – versuchen Sie, unterschiedliche Höhen ins Spiel zu bringen, denn Abwechslung ist für den Rücken und die Körperhaltung das beste Rezept gegen sich anbahnende Verspannungen. Die optimale Arbeitshöhe für die Arbeitsplatte ermitteln Sie ganz einfach: Oberarm anlegen, Unterarm im 90-Grad-Winkel nach vorn beugen, von dieser Höhe 15 Zentimeter abziehen. Wichtig ist zudem, oft benutzte Geräte wie Geschirrspüler, Backofen oder Mikrowelle in der für Sie passenden Höhe zu platzieren. Unter Umständen ist ein Einbau im Hochschrank ratsam, weil Sie sich so viel weniger bücken müssen.

Laufwege kurz halten und effektiver arbeiten

Bedenken Sie bei der Küchenplanung, dass sinnvolle Laufwege großen Komfort bei der täglichen Arbeit bedeuten. Im Rahmen der Planung sollten Sie sich deshalb Gedanken über Ihre ganz persönlichen Arbeitsabläufe machen. MHK-Profis empfehlen eine Anordnung der einzelnen Küchenelemente in der Reihenfolge gängiger Arbeitsschritte: Lagern – Vorbereiten – Zubereiten – Anrichten – Entsorgen beziehungsweise Abwaschen. Besteht Ihre Küche aus einer Zeile, ordnen Sie die klassischen Bereiche nebeneinander an. Verfügen Sie über großzügigeren Platz, fahren Sie mit einer Dreiecksplanung besser. Außerdem sollte sich die Küchengestaltung danach richten, ob der Hauptnutzer Rechts- oder Linkshänder ist. Entsprechend ist die Reihenfolge der Abläufe dann umzukehren.

Bewegungsfreiheit bei jedem Arbeitsschritt

Einer der häufigsten Planungsfehler bei Küchen sind zu geringe Abstände zwischen den parallel verlaufenden Küchenzeilen. Halten Sie einen Mindestabstand von 120 Zentimetern ein. Die Tiefe einer Arbeitsplatte und dem darunterliegenden Küchenschrank sollte mindestens 60 Zentimeter betragen. 

Sorgen Sie für genügend Arbeitsfläche! Zwischen Herd und dem Spülbecken sollten mindestens 90 Zentimeter Platz sein. Für angenehmes Zubereiten ist eine Arbeitsfläche von 120 Zentimetern ideal. An dieser Stelle sparen die meisten, die eine Küche selbst planen – es handelt sich hier allerdings um eine der wichtigsten und am meisten benutzten Flächen. Und auch der Platz zwischen Arbeitsplatte und Oberschränken wird oft unterschätzt und sollte mit mindestens 60 Zentimetern eingeplant werden. Das gewährt Ihnen ausreichend Kopffreiheit und trotzdem eine gute Reichweite für alle Utensilien in den Oberschränken. 

Gute Beleuchtung schafft Atmosphäre und Sicherheit

Für eine funktionelle Küchenplanung ist ein gutes Beleuchtungskonzept unerlässlich. Gutes Licht sorgt für die eigene Sicherheit bei der täglichen Küchenarbeit, außerdem trägt das Licht auch als gestalterisches Element zum Gesamteindruck Ihrer Küche bei. Bedenken Sie, dass vor allem Hängeschränke oder größere Küchengeräte Schatten werfen und daher Lichtquellen möglichst nah dort angebracht werden sollten, wo sie gebraucht werden. Diese Aufgabe können zum Beispiel Unterbauleuchten übernehmen.

Tipps zu Maßen, Abständen und der perfekten Anordnung in der Küche

  • Berechnen Sie die ideale Arbeitshöhe für die Person, die die Küche in erster Linie nutzen wird. Unterscheiden Sie dabei die verschiedenen Arbeitsschritte am Herd, der Arbeitsplatte oder beim Abspülen.
  • Denken Sie darüber nach, bestimmte Küchengeräte wie Ofen oder Geschirrspüler im Hochschrank einzubauen. Die obere Kante des Geräts sollte dabei auf Schulterhöhe des Küchennutzers sein – das entlastet den Rücken und erleichtert die Arbeitsabläufe.
  • Ordnen Sie die verschiedenen Küchenzonen nach den gängigen Arbeitsschritten an und achten Sie darauf, ob der Hauptnutzer Rechts- oder Linkshänder ist.
  • Planen Sie genügend große Arbeitsflächen ein und achten Sie auf den Abstand verschiedener Küchenzeilen, um ausreichend Raum zur Verfügung zu haben.
  • Informieren Sie sich über verschiedene Beleuchtungssysteme, damit Arbeitsflächen ausreichend hell bestrahlt werden – das dient auch der Arbeitssicherheit. Ratsam sind zum Beispiel oft Unterbauleuchten, die am Boden der Oberschränke angebracht werden.
  • Bestücken Sie die verschiedenen Schränke und Lagermöglichkeiten nach der Funktion der Geräte und Lebensmittel, um sie bei den verschiedenen Arbeitsschritten schnell zur Hand zu haben.

Wenn Sie mit diesen Grundüberlegungen ins Planungsgespräch gehen, werden Sie mit Ihrer neuen Küche keine bösen Überraschungen erleben. „Wir haben die Erfahrung gemacht, dass Kunden mit konkreten optischen Vorstellungen zu uns kommen und sich auch schon viele Gedanken zu den Elektrogeräten gemacht haben. Nur bei Funktionalität und Ergonomie sind die vorher eingeholten Informationen sehr gering“, so die MHK-Expertin Claudia Frey, Inhaberin eines Küchen-Fachgeschäftes in Kandel. Klären Sie also vorher alle wichtigen Aspekte der Funktionalität und gehen Sie damit auf Nummer sicher, damit Sie Ihre neue Küche in vollen Zügen und ohne praktische Einschränkungen genießen können.

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