Brötchen in einer Papiertüte © Klaus Eppele/Fotolia

Brot richtig aufbewahren

Das Abendbrot ist typisch deutsch. Frisches Brot, belegt mit Wurst oder Käse, ist eben eine feine und vor allem leckere Sache. Zumal man dafür nicht lange in der Küche stehen muss – ein großer Vorteil für alle, die den ganzen Tag arbeiten und am Abend lieber entspannen möchten, statt stundenlang den Kochlöffel zu schwingen. Damit Sie nicht nur am ersten Tag nach dem Kauf des Brotes, sondern auch die Tage danach noch davon zehren können, muss es richtig gelagert werden. Die Lagerung ist nämlich das A und O, um Brot länger frisch zu halten.

Fast jeder siebte bewahrt Brot falsch auf, wie eine Umfrage von Statista aus dem Jahr 2017 ergab. Denn 14 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Brot im Kühlschrank aufbewahren – was die schlechteste Aufbewahrungsmethode ist. In Backwaren ist Wasser durch die im Mehl befindliche Stärke gebunden. Das Wasser wird nach dem Backprozess nach und nach wieder an die Umgebung abgegeben. Dieser Vorgang heißt Retrogradation, der durch die niedrige Temperatur im Kühlschrank um das Dreifache verstärkt wird. Das bedeutet: Das Brot wird im Kühlschrank nicht frisch gehalten, sondern sehr viel schneller trocken und alt als bei anderen Aufbewahrungsmethoden. Zudem verliert es im Kühlschrank an Geschmack. Einzige Ausnahme: Wenn es im Sommer feucht-warm ist, können Sie Brot und Brötchen im Kühlschrank lagern. Backwaren verderben bei dieser Witterung außerhalb des Kühlschranks schneller als darin. Den schlechteren Geschmack muss man dabei allerdings in Kauf nehmen.

Generell sollte man bei der Lagerung drei Dinge beachten:

  1. Eine Zimmertemperatur von 18 bis 22 Grad ist ideal.
  2. Das Brot sollte so gelagert werden, dass Luft zirkulieren kann. Bei einem Luftstau kann sich durch die vom Brot abgegebene Feuchtigkeit schneller Schimmel bilden.
  3. Es muss vor Austrocknung geschützt werden.

Papier oder Plastik – welche Tüte ist besser?

Brot und Brötchen vom Bäcker sind meist in eine Papiertüte gepackt – was tatsächlich eine gute Möglichkeit ist, die Backwaren länger frisch zu halten. Das Papier nimmt die Feuchtigkeit auf, die vom Brot abgegeben wird. Zusätzlich schützt die Tüte davor, dass das Brot austrocknet. Für Singlehaushalte ist die Bäckertüte meist schon ausreichend. Plastiktüten sind dagegen keine gute Wahl. Die Feuchtigkeit kann hier nicht entweichen, das Brot fängt sehr schnell an zu schimmeln. Wenn Sie Brot auf Vorrat kaufen, muss eine bessere Lagermethode her: Der Brotkasten.

Brotkasten in blau aus Edelstahl in einem Schrank

Der Klassiker: Ein Brotkasten aus Edelstahl. Ausgestattet mit Luftlöchern im hinteren Bereich herrscht hier eine gute „Luft” für Brot.

Von Holz über Metall bis hin zu Keramik – Brotkästen gibt es in vielen unterschiedlichen Materialien und Ausführungen. Das Wichtigste ist dabei, dass entweder das Material des Kastens atmungsaktiv oder der Brotkasten mit Belüftungslöchern ausgestattet ist. Einen Brotkasten, der weder die eine noch die andere Eigenschaft besitzt, können Sie getrost im Laden stehen lassen. Dieser würde nur dafür sorgen, dass Ihr Brot innerhalb kurzer Zeit schimmelt.

Brot braucht Luft

Beliebt sind Brotkästen aus Edelstahl oder Blech. Diese sind meist mit mehreren Luftlöchern an der Rückseite ausgestattet, wodurch die Feuchtigkeit entweichen kann. Das Material ist leicht zu reinigen, aber nicht immer geschmacksneutral. Eine Übertragung des Geschmacks können Sie aber ganz leicht verhindern: Belassen Sie die Backwaren einfach in der Papiertüte. Auch bei Kästen aus Kunststoff muss auf eine ausreichende Belüftung durch Löcher geachtet werden, da das Material keine Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Im Gegensatz zu Edelstahl und Kunststoff können Brotkästen aus Naturmaterialien Feuchtigkeit aufnehmen. Durch die natürlich im Holz vorkommende Gerbsäure haben Holzkästen eine antibakterielle Wirkung. Sie nehmen auch die Feuchtigkeit vom Brot auf, geben sie aber nicht mehr ab. Damit das Brot im Holzkasten nicht zu schnell austrocknet, verpacken Sie es in eine Papiertüte. Diese verbessert die Luftzirkulation im Kasten und das Brot bleibt länger frisch.

Weißer Brotkasten in einem Eckschrank

Brotkasten aus Keramik

Brotkästen aus Keramik können Feuchtigkeit vom Brot aufnehmen und wieder an das Brot abgeben. Dazu dürfen sie allerdings nicht glasiert sein. Wenn Sie einen Topf mit Glasur wählen, benötigt dieser Luftlöcher.

Ein Topf aus Keramik nimmt über seine unglasierte Oberfläche Wasser auf und transportiert es nach außen. Ein praktisches Beispiel für eine Brotaufbewahrung aus Keramik ist der Römertopf. Der Boden im Inneren ist glasiert und dadurch leicht zu reinigen, während der unglasierte Deckel für den notwendigen Luftaustausch sorgt. Der Ton nimmt aber nicht nur Feuchtigkeit vom Brot auf – er gibt sie bei Bedarf wieder zurück. Damit ist dieses Material ideal zur Aufbewahrung geeignet, sofern der Topf nicht komplett glasiert ist. Dann benötigt er – wie die Modelle aus Kunststoff und Edelstahl – Luftlöcher für den Luftaustausch. Und auch der Effekt der Feuchtigkeitsrückgabe wird durch die Glasur genommen.

Der Platz für den Brotkasten sollte sorgfältig ausgewählt werden. Steht er zu nah am Kochfeld, würde das Brot durch den Wasserdampf schnell schimmeln. Das gleiche gilt auch für die Mikrowelle. Von einer Stelle direkt am Fenster wird ebenfalls abgeraten: Der Luftzug sorgt dafür, dass das Brot schneller an Feuchtigkeit verliert und trocken wird.

Beim Kauf auf Haltbarkeit achten 

Schon der Einkauf des Brotes beeinflusst die Haltbarkeit – besser gesagt, die gekaufte Brotsorte. Als Faustregel können Sie sich merken: Helle Backwaren halten sich weniger lange als dunkle. Der hohe Weizenanteil sorgt dafür, dass das Brot schneller austrocknet. Bestes Beispiel sind Weizenbaguettes, die bereits einen Tag nach dem Kauf hart und trocken sind. Wenn Sie das Brot über das Wochenende oder Feiertage essen wollen, sollten Sie deshalb auf roggen- oder vollkornhaltige Sorten zurückgreifen.

Haltbarkeit von Brotsorten im Überblick

  • Weizenbrot: Zwei Tage
  • Roggenbrot: Drei bis vier Tage
  • Vollkornbrot: Sieben bis neun Tage

Wenn Sie das Brot kaufen, dann besser als Ganzbrot. Das hat zwei Vorteile: Ganzbrote dürfen laut gesetzlicher Vorschriften nicht mit Konservierungsstoffen hergestellt werden. Außerdem ist vorgeschnittenes Brot anfälliger für Austrocknung und Schimmel. Tipp: Machen Sie es dem Bäcker im Laden gleich und legen Sie angeschnittenes Brot mit der Schnittfläche nach unten in den Brotkasten. So trocknet es nicht so schnell über die offene Schnittfläche aus.

Schimmeliges Brot – und jetzt?

Wenn das Brot schimmelt, sollten Sie es komplett entsorgen. Die Sporen des Schimmelpilzes haben dann bereits das gesamte Brot durchzogen, auch wenn er noch nicht überall sichtbar aufgetreten ist. Den Brotkasten sollten Sie anschließend entleeren und mit einer Mischung aus Wasser und Essig gründlich reinigen. Übrigens ist eine regelmäßige Reinigung des Brotkastens mit einer Essig-Wasser-Mischung sinnvoll, da Sie so Schimmelbefall effektiv vorbeugen. Denn schon die kleinsten Brotkrümel können Schimmelsporen auf das frische Brot übertragen. Empfohlen wird eine regelmäßige Reinigung alle 14 Tage.

Und sollten Sie einmal zu viel Brot gekauft oder gebacken haben, können Sie es einfach in Gefrierbeutel gepackt einfrieren. Das Brot kann im Ganzen eingefroren und bei Bedarf über Nacht bei Zimmertemperatur wieder aufgetaut werden. Auch das Einfrieren von einzelnen Scheiben ist möglich. Diese können Sie dann einzeln auftauen lassen oder für wenige Minuten in den Toaster stecken. Eingefroren hält Brot rund vier Monate und verliert – im Gegensatz zur Kühlschrank-Aufbewahrung – auch nicht seinen Geschmack.

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