Frau am Geschirrspüler © HconQ/Adobe Stock

Die zehn größten Küchenirrtümer

Rund ums Kochen und Backen, Spülen, Kühlen, Aufbewahren und Verzehren von Lebensmitteln ranken sich unzählige Mythen. Wir haben die zehn größten Küchenirrtümer auf ihren Ursprung und Wahrheitsgehalt hin untersucht. Gehören Sie auch zu denen, die noch an Großmutters Weisheiten glauben oder kann Ihnen in Sachen Küche keiner etwas vormachen?

Irrtum Nr. 1: Der Backofen muss immer vorgeheizt werden

Die Aufforderung, den Backofen vorzuheizen, findet sich in vielen Rezepten und auf der Verpackung von Fertig- und Convenience-Produkten. Doch bei den meisten Gerichten ist das Vorheizen nicht nötig. Es ermöglicht nur dem Hersteller, eine exakte Back- oder Kochzeit anzugeben. Denn die Zeit, die ein Backofen braucht, um die gewünschte Temperatur zu erreichen, variiert von Gerät zu Gerät. Für das Gelingen des Gerichts ist Vorheizen dagegen meist nicht nötig. Dafür kostet es Zeit und Energie. Ausnahme: Gerichte, die in kurzer Zeit bei hohen Temperaturen zubereitet werden und schnell eine Kruste bilden sollen. Dazu gehören verschiedene Teige wie Brand- oder Biskuitteig, außerdem Soufflés und manche Fleisch- oder Fischgerichte. Bei Fertiggerichten können Sie auf das Vorheizen gut verzichten.

Einige Backöfen der neuesten Generation verfügen über Funktionen, die das Vorheizen generell überflüssig machen. Ob Fertiggericht, Tiefkühlware oder Selbstgekochtes – alles kann direkt von der Kühlung in den Ofen.

 

Irrtum Nr. 2: Mikrowellen sind schädlich

Obwohl etwa drei Viertel der deutschen Haushalte eine Mikrowelle besitzen, hält sich hartnäckig das Gerücht, ihre Strahlung sei schädlich. Das konnte jedoch widerlegt werden. Mikrowellen erhitzen Lebensmittel, indem sie darin enthaltene Moleküle zum Schwingen bringen. Die erzeugte Strahlung wirkt nur auf das Gargut. Die Geräte sind zum einen gut isoliert, zum anderen schalten sie sich sofort aus, wenn die Tür geöffnet wird. Auch die Befürchtung, Mikrowellen würden Vitamine und andere gesunde Bestandteile der Nahrungsmittel zerstören, ist unbegründet. Viele Vitamine sind natürlich hitzeempfindlich, sodass sie beim Erwärmen verloren gehen – doch das geschieht auch im Topf oder Backofen.

Voller Kühlschrank

Gut gefüllt: Hier wird weder Platz noch Strom verschwendet.

Irrtum Nr. 3: Ein voller Kühlschrank verbraucht mehr Energie

Wenn sich mehr Lebensmittel im Kühlschrank befinden, muss mehr Energie aufgewendet werden, um sie zu kühlen, oder? Was auf den ersten Blick logisch erscheint, ist dennoch falsch. Der Grund: In einem vollen Kühlschrank finden sich viele Lebensmittel, die hauptsächlich aus Wasser bestehen, und relativ wenig Luft. Wasser kühlt zwar langsamer ab als Luft, speichert die Kälte jedoch besser. Wird also der Kühlschrank geöffnet, strömt warme Luft in das Gerät, die anschließend wieder gekühlt werden muss. Je weniger Luft da ist, desto weniger Energie wird benötigt. Allerdings verbraucht das Herunterkühlen von Lebensmitteln noch deutlich mehr Strom. Daher sollten Sie warme Speisen erst abkühlen lassen, ehe Sie sie in den Kühlschrank stellen. Beim Einkaufen empfiehlt es sich, die Kühlkette einzuhalten – auch, damit die Lebensmittel nicht verderben. Dazu eignen sich mitgebrachte Kühltaschen oder spezielle Tüten für Tiefkühlkost.

Irrtum Nr. 4: Beim Spülen mit der Hand benötigt man weniger Wasser

Diese These mag früher gestimmt haben, als Geschirrspüler noch deutlich mehr Wasser und Energie verbraucht haben. Moderne Geräte arbeiten wesentlich effizienter, sowohl was den Strom- als auch den Wasserbedarf angeht. Natürlich gilt das nur, wenn der Geschirrspüler in vollem Zustand betrieben wird. Eine Vergleichsstudie der Universität Bonn hat ergeben, dass Spülen mit der Maschine im Durchschnitt 50 Prozent weniger Wasser und 28 Prozent weniger Energie verbraucht als Handspülen. Zudem verwenden die meisten Menschen beim Spülen mit der Hand zu viel Spülmittel, auch hier arbeitet die Maschine sparsamer.

Vorspülen und Einweichen von Geschirr sind übrigens auch nicht nötig. Moderne Geräte kommen gut mit Verkrustungen und eingebrannten Lebensmitteln zurecht.

 

Irrtum Nr. 5: Aufgetautes darf nicht wieder eingefroren werden

„Nach dem Auftauen nicht wieder einfrieren“: Dieser Satz steht auf vielen Tiefkühlkostverpackungen. Aber was passiert, wenn man sich nicht daran hält? Hier muss man zwischen verschiedenen Lebensmitteln unterscheiden. Geflügel oder auch Speiseeis sollten in der Tat nicht ein weiteres Mal eingefroren werden. Hier besteht die Gefahr, dass sie gesundheitsschädliche Bakterien wie Salmonellen enthalten. Mit anderen Lebensmitteln kann man etwas entspannter umgehen. Entscheidend ist, wie man sie zubereiten möchte. Speisen, die gekocht oder durchgebraten werden, können in der Regel mehrfach eingefroren werden. Auch Tiefkühl-Pommes Frites oder -Gemüse lassen sich wieder einfrieren. Allerdings kann es dabei zu Qualitätseinbußen kommen. Lebensmittelmikrobiologen gehen davon aus, dass Lebensmittel sich problemlos wieder einfrieren lassen, wenn sie nicht länger als zwei Stunden bei Raumtemperatur gestanden haben.

Schneidebrett aus Holz © Jari Aherma/Adobe Stock

Holzbretter liegen in Punkto Hygiene vor Schneidebrettern aus Kunststoff.

Irrtum Nr. 6: Holzbrettchen sind unhygienisch

Was ist hygienischer: Schneidebretter aus Holz oder aus Kunststoff? Lange wurde Holzbrettern nachgesagt, sie seien eine ideale Brutstätte für Keime aller Art. Ein Irrtum, wie man heute weiß. Holz enthält nämlich Gerbsäuren, die antibakteriell wirken. Jedes Mal, wenn dem Brett beim Schneiden von Fleisch oder Gemüse kleine Schnitte zugefügt werden, treten neue Gerbstoffe aus, die Bakterien abtöten. Bei Kunststoffbrettern hingegen können sich Bakterien in den Rillen festsetzen.

Entscheidend ist, dass alle Bretter nach jeder Benutzung gründlich gereinigt werden. Manche Holzbretter dürfen nicht in den Geschirrspüler. Sie sollten gründlich und möglichst heiß per Hand gespült werden. Wichtig ist auch, dass Sie für das Schneiden von Fleisch und Gemüse verschiedene Bretter benutzen bzw. sie nach jedem Arbeitsschritt sorgfältig reinigen.

 

Irrtum Nr. 7: Gekochte Eier müssen abgeschreckt werden

Auch dieser Mythos hält sich hartnäckig, doch gekochte Eier lassen sich nicht leichter pellen, wenn sie mit kaltem Wasser abgeschreckt werden. Hier spielen andere Faktoren, wie zum Beispiel die Frische des Eis, eine Rolle. Aber auch abgesehen davon tut man sich mit dem Abschrecken keinen Gefallen. Durch diese Maßnahme verringert sich die Haltbarkeit des gekochten Eis, da durch das kalte Wasser winzige Risse in der Schale entstehen, durch die Bakterien ins Innere eindringen können. Wer hartgekochte Eier längere Zeit im Kühlschrank lagern möchte, sollte sie daher auf keinen Fall abschrecken.

 

Irrtum Nr. 8: Pilze und Spinat dürfen nicht wieder aufgewärmt werden

Diese Küchenregel stammt noch aus einer Zeit, als nicht jeder Haushalt einen Kühlschrank besaß. Heute können Reste von Spinat- oder Pilzgerichten schnell heruntergekühlt werden, sodass sich keine gesundheitsschädlichen Stoffe wie Nitrit bilden. Lagert man die Speisen im Kühlschrank, kann man sie problemlos am nächsten Tag wieder aufwärmen und verzehren. Nur bei Kleinkindern sollten man lieber vorsichtig sein und ihnen keinen aufgewärmten Spinat vorsetzen.

Freunde beim Pasta-Kochen © contrastwerkstatt/Adobe Stock

Ins Nudelwasser gehört reichlich Salz, aber kein Öl.

Irrtum Nr. 9: Bei Nudeln muss Öl ins Kochwasser

Damit die Spaghetti nicht zusammenkleben, gaben viele Hobbyköche früher einen Schuss Öl ins Kochwasser. Doch das bringt gar nichts. Zum einen bleibt das Öl an der Wasseroberfläche und vermengt sich gar nicht mit den Nudeln. Wenn die Nudeln beim Ausgießen doch etwas Öl abbekommen, erreicht man damit nur, dass sie später die Soße nicht gut aufnehmen. Viele Pasta-Fans schwören darauf, etwas stärkehaltiges Nudelwasser zur Soße zu geben, weil das die Bindung verbessert.

 

Irrtum Nr. 10: Angeschimmelte Lebensmittel kann man noch essen

Gerade bei warmen Temperaturen drohen böse Überraschungen. Kaum hat man frische Lebensmittel gekauft, bildet sich auf ihnen der gefürchtete weiße, grünliche oder graue Schimmel. Vor allem Brot, Obst und Marmelade, Nüsse, aber auch Wurst und Käse sind häufig betroffen. Früher dachte man, man müsse nur die sichtbaren Stellen großzügig wegschneiden. Heute ist bekannt, dass Schimmelpilze sich nicht nur an der Oberfläche befinden, sondern ihre für uns unsichtbaren Sporen sich bereits weit ins Innere ausgebreitet haben können. Hier gilt: Je mehr Feuchtigkeit ein Lebensmittel enthält, desto schneller verteilt sich der Schimmel. Die darin enthaltenen Gifte, die sogenannten Mykotoxine, können vor allem für Kinder, Schwangere und ältere Menschen gefährlich werden.

Angeschimmeltes Brot, Marmelade, Nüsse, Milchprodukte, Obst, geschnittene Wurst oder Käse sollten daher unbedingt entsorgt werden. Nur bei Lebensmitteln, die sehr wenig Wasser enthalten, wie Hartkäse, luftgetrocknete Salami oder Schinken, kann man den Befall großzügig wegschneiden und den Rest verzehren.

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