Alex Wahi

7 Fragen an Kreativ-Koch Alex Wahi

Kreatives Kochen – das schreibt sich Koch Alex Wahi auf die Fahne. Und das kommt an: Er führt nicht nur seit 2013 Deutschlands einzige indische Kochschule, sondern wurde sogar 2015 von der Krankenkasse DAK zum Repräsentant für „gesunde und coole Ernährung” ernannt. Auch im Fernsehen – unter anderem in der Sendung „Abenteuer Leben” bei Kabel1 – oder den sozialen Netzwerken zeigt Wahi immer wieder seine originellen Koch-Kreationen. 

Unkonventionell ist der deutsch-indische Koch aber nicht nur beim Kochen, sondern auch bei der Kücheneinrichtung. Denn anders als es in der Küchenplanung üblich ist, hat er den Mülleimer in seiner heimischen Küche direkt unter der Arbeitsfläche platziert. Warum das so ist und wie er es in der Küche auch bei über 30 Grad Außentemperatur aushält, verrät er im Interview mit MHK Kueche.de. 

Kueche.de: Bleibt Ihnen neben dem Kochalltag auch hin und wieder Zeit mal zu Hause zu kochen?

Alex Wahi: Die sogenannte „Work-Life-Balance“ spielt bei mir eine große Rolle und sollte auch in jedem anderen Beruf eine primäre Rolle spielen. Wie man sie dann auslebt – ob man mit dem Hund spazieren geht, Sport treibt, sich ein Hobby sucht oder gar noch zu Hause kocht – bleibt jedem selbst überlassen. Ich koche sehr gerne auch in meiner Freizeit, habe aber keine Probleme den Kochlöffel auch mal aus der Hand zu geben und anderen den Vortritt zu lassen. Denn bei einem geselligen Abend finde ich, spielt das Essen gar keine so große Rolle, sondern eher einen schönen Abend inguter Gesellschaft zu genießen. 

Kueche.de: Wie haben Sie Ihre Küche daheim eingerichtet?

Alex Wahi: Eher praktisch und funktionell. Für mich ist das A und O, dass meine Küche wie ein Block aufgebaut ist, sodass man diese von allen Seiten aus der Mitte bedienen kann. Klar müssen die Räume dafür gegeben sein. Aber ich finde, die besten Partys finden in der Küche statt und es ist nicht so schön, seinen Gästen immer den Rücken zudrehen zu müssen.

Kueche.de: Was mögen Sie an Ihrer Küche am meisten?

Alex Wahi: Meinen Mülleimer (lacht). Der ist nämlich direkt unter meiner Arbeitsfläche, so dass ich die Abfälle in Sekunden aus meinen Blickfeld katapultieren kann. 

Kueche.de: An welchem Küchengerät hängt Ihr Herz besonders?

Alex Wahi: Der Backofen nimmt mir unheimlich viel Arbeit hab, sprich: Vorbereitungen, Organisation, Warmhalten etc. Auch, dass dieser nicht wie normal unter dem Herd ist, sondern als Einbaugerät auf Schulterhöhe. Und an meiner Küchenmaschine hängt mein Herz, denn sie ist multifunktional.  

Alex Wahi in einer Restaurantküche © http://rick-photoart.com

Kueche.de: Beim Kochen muss jeder Handgriff sitzen. Haben Sie einen Tipp, wie man in der heimischen Küche Ordnung hält?

Alex Wahi: Mein bester Einfall ist für mich bei der Küchenplanung, den Mülleimer genau unter die Arbeitsfläche zu packen, damit die immer frei und ordentlich ist. Außerdem zeige ich ganz gerne in meinen Kochkurse, wie man sich das Leben pfiffig erleichtern kann. Die meisten gehen Schritt für Schritt ein Rezept durch und kochen es nach Anleitung Punkt für Punkt nach. Mein Trick ist hier, sich das ganze Rezept komplett durchzulesen und alle Vorbereitungen zu treffen. Anschließend legt man sich die Zutaten so zurecht wie sie dann nach der Anleitung chronologisch verarbeitet und zubereitet werden. So kocht man schon das komplette Gericht einmal im Kopf vorher durch und kann es anschließend in die Praxis umsetzen. Beim Kochvorgang muss man dann gar nicht mehr ins Rezept schauen und setzt sich so nicht mehr unter Druck. 

Kueche.de: Haben Sie einen Tipp, was man einfach und lecker kochen kann, wenn es mal schnell gehen muss?

Alex Wahi: Das ist sehr schwer pauschal zu beantworten. Ich finde es unheimlich spannend mit den Sachen, die noch im Kühlschrank sind, umzugehen. Der Ansatz bei mir ist immer ein anderer. Viele Leute überlegen sich, worauf Sie Hunger haben und machen sich dann Gedanken, was man dafür einkaufen muss. Mein Ansatz ist, Kühlschrank auf, schauen was da ist und „Attacke“. Auch der Einkauf und die Gedanken, die man damit verbringt, worauf man Hunger hat, kostet sehr viel Zeit. Mein Ansatz gestaltet sich natürlich schwierig, wenn der Kühlschrank leer ist. In diesem Fall schnapp dir einfach einen Einkaufskorb und tob dich im Supermarkt aus, einfach aus dem Bauch heraus ein paar gute und frische Zutaten kaufen. Je nach dem, was für eine Technik man zur Verfügung hat, kann diese natürlich den Prozess beschleunigen. Ansonsten ist „lecker“ sehr relativ, gut ist was schmeckt und was schmeckt entscheidet man selbst. 

Kueche.de: Bei heißem Wetter zu kochen kann ganz schön unangenehm werden. Was tun Sie, um sich beim Kochen – zum Beispiel in Ihrer Restaurantküche – abzukühlen? 

Alex Wahi: Mittlerweile bietet die Technik viele Hilfsmittel, um das Arbeitsklima in der Küche etwas zu erleichtern. Allerdings, wenn Hochbetrieb ist und alle Geräte auf Hochtouren laufen, ist das nur bedingt eine Hilfe. Im Sommer schwitzen wir alle, der eine mehr der andere weniger. Ich finde es ist eine Einstellungssache, wie man damit umgeht und ob man es als „unangenehm“ empfindet. Es gibt nichts schöneres als nach getaner Arbeit – besonders bei heißem Wetter – eine kalte Dusche zu genießen. Ansonsten bei der Arbeit viel trinken und – ich plaudere jetzt mal aus dem Nähkästchen – ja, auch ich gönne mir bei der Arbeit mal eine dünne Weinschorle mit vielen Eiswürfeln.