Obst liegt auf einem Holzbrett mit einem Obstkorb © Countrypixel/Fotolia

So bleibt Obst länger frisch

Frisches Obst ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Damit Vitamine und Geschmack von Äpfeln und Co. lange erhalten bleiben, ist eine richtige Lagerung essentiell. Denn wer schon einmal Bananen im Kühlschrank aufbewahrt hatte, weiß: Da gehören sie nicht hin! Dort erleiden sie einen Kälteschock, die Schale verfärbt sich in ein unansehnliches Braun und sie verlieren Geschmack. Das liegt daran, dass die zweitbeliebteste Frucht der Deutschen – auf Platz eins liegt der Apfel – eine Südfrucht ist und niedrige Temperaturen nicht verträgt. Bedeutet für uns: Auch wenn wir einen großen Kühlschrank mit Obst- und Gemüsefach haben, gehören dort noch lange nicht alle Obstsorten hinein. Wir erklären Ihnen im Folgenden, wohin welches Obst gehört.

Die wichtigsten Fakten im Überblick

  • Kälteunempfindliches Obst gehört in die Null-Grad-Zone im Kühlschrank
  • Kälteempfindliches Obst bei Zimmertemperatur lagern
  • Offen gelagertes Obst regelmäßig kontrollieren, um Fliegenbefall zu verhindern
  • Äpfel getrennt von anderem Obst lagern
Kühlschrank mit speziellen Kühlfächern gefüllt mit Lebensmitteln

Moderne Kühlschränke sind mit speziellen Kühlfächern ausgestattet, die die Lagerung von kälteunempfindlichem Obst um bis zu drei Tage oder mehr verlängern sollen.

Moderne Kühltechnik verspricht längere Lagerzeit

Wenn Sie einen modernen Kühlschrank besitzen, ist dieser in den meisten Fällen mit ein oder zwei speziellen Fächern – die sogenannte Null-Grad-Zone – ausgestattet. Die Temperaturen liegen hier um die null Grad. Ist es nur ein Fach, lässt sich oftmals mit einem Schieber die Feuchtigkeitszufuhr regeln. Sind es zwei Fächer, sind diese von vorneherein in eine feuchte und eine trockene Zone eingeteilt. Das feuchte Fach weist eine Feuchtigkeit von 90 Prozent auf, weshalb es vor allem für Gemüse und kälteunempfindliches Obst geeignet ist. Das trockene Fach ist mit einer Feuchtigkeit von 50 Prozent für Fleisch, Fisch und Käse prädestiniert. Laut Gerätehersteller sollen die Kältezonen die Lagerzeit der Lebensmittel um bis zu drei Tage – oder mehr – verlängern.

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Geöffneter Auszug in einer Küche mit Obst

In speziellen Auszügen können Sie Obst bei Zimmertemperatur lagern. Dank Glasdeckel müssen Sie keine Obstfliegenplage fürchten.

Auszüge gegen Fruchtfliegen

Kälteempfindliches Obst lagern Sie am besten in der Küche. Im Sommer sollten Sie darauf achten, dass keine Frucht fault, sonst haben Sie kurzerhand ein Fruchtfliegen-Problem. Die kleinen Fliegen legen ihre Eier nämlich am liebsten in faules Obst oder den Biomülleimer. Wenn die Larven schlüpfen, haben sie ihre Nahrung an Ort und Stelle – und Sie eine Küche voller fliegender Schädlinge. Deshalb sollten Sie das Obst regelmäßig kontrollieren, um einen Befall zu verhindern. Einige Küchenhersteller haben für dieses Problem eine Lösung entwickelt: Obstauszüge. Diese Auszüge sind mit einem Glasdeckel verschlossen, sodass Obstfliegen keine Chance haben, an die Früchte zu gelangen. Bei der Planung der Küche sollte man darauf achten, dass sich diese Auszüge nicht in der Nähe einer Hitzequelle wie Backofen oder Kochfeld befinden. Die hohen Temperaturen könnten dem Obst schaden. 

Sollte es doch zu einem Befall durch Fruchtfliegen kommen, gibt es dafür ein einfaches Hausmittel: Nehmen Sie eine flache Schale und geben Sie etwas Apfelessig, Balsamico oder Wein und einen Spritzer Spülmittel hinein. Der Geruch des Essigs lockt die Fliegen an, das Spülmittel nimmt die Oberflächenspannung – die Fliegen gehen in der Mischung unter.

Südfrüchte bei Zimmertemperatur lagern

Bananen werden am besten bei Zimmertemperatur in einer Obstschale aufbewahrt. Es gibt auch spezielle Bananenhalter, an denen die gelben Früchte aufgehängt werden. Das verhindert braune Druckstellen durch die Berührung mit anderem Obst. Übrigens können Sie getrost grüne Bananen kaufen, denn diese reifen bei Zimmertemperatur nach. Um diesen Vorgang zu beschleunigen, können Sie die Bananen einfach in eine Papiertüte packen oder einen Apfel dazu legen.

Avocados sind tatsächlich kein Gemüse, sondern Früchte, auch wenn sie meist zu herzhaften Speisen gegessen werden. Wie die Banane ist auch die Avocado ein Exot und sollte deshalb bei Zimmertemperatur gelagert werden. Hier reift sie auch nach. Wenn Sie die reife Avocado noch nicht essen möchten, können Sie sie im Kühlschrank lagern. Bedenken Sie dabei aber den möglichen Geschmacksverlust der Frucht. 

Auch Mangos, Ananas, Kiwis und Papayas sind Südfrüchte und sollte deshalb nicht im Kühlschrank gelagert werden. Ausnahme: Die Früchte sind bereits reif. Dann verzögern Sie im Kühlschrank, dass sie überreif werden und verderben. Der Nachteil dabei ist, dass so der Geschmack nach und nach verloren geht.

Ob die Früchte reif sind, können Sie bei Avocado, Mango, Kiwi und Papaya mit dem Drucktest herausfinden. Die Schale gibt beim Druck mit dem Finger leicht nach, wenn die Frucht reif ist. Eine reife Ananas erkennt man dagegen am leicht süßlichen Geruch. Oder Sie vollführen den Blättertest: Versuchen Sie, eines der inneren Blätter zu lösen. Lässt es sich leicht heraus ziehen, ist die Frucht reif. Die verwunderten Blicke im Supermarkt müssen Sie dann aber aushalten. 

Zitrusfrüchte – weder zu heiß, noch zu kalt

Limetten, Zitronen, Pampelmusen und Grapefruits gehören zu den Südfrüchten, die eine zu kühle Lagerung nicht vertragen. Im Kühlschrank verlieren sie schnell ihr Aroma. Hohe Temperaturen sorgen dagegen dafür, dass die Früchte austrocknen. Eine kühle Speisekammer oder ein schattiges Eck in der Küche sind ideal. Auch ein Auszug in der Küche, der sich nicht in der Nähe des Backofens oder Kochfeldes befindet, ist für Zitrusfrüchte geeignet.

Wassermelonen, Honigmelonen und Co. lassen sich gut im Kühlschrank aufbewahren – sofern Sie ausreichend Platz dafür haben. Wenn Sie die Melonen aufgrund der Größe außerhalb des Kühlschranks aufbewahren müssen, sollten Sie kühle Räume bevorzugen. Noch nicht angeschnittene Melonen bleiben bei dieser Lagerung bis zu drei Wochen. Geschnittene Früchte sind im Kühlschrank zu lagern, aber auch schnell zu verzehren. 

Verschiedene Beerensorten bleiben durch die Lagerung im Kühlschrank länger frisch. Bei Zimmertemperatur sind die meisten Sorten gerade mal einen Tag haltbar, im Kühlschrank sind es dagegen bis zu fünf Tage. Bei der Lagerung sollten Sie darauf achten, dass die Früchte noch intakt sind. Matschige Beeren können schnell Schimmel bilden und dadurch auch die umliegenden Beeren „infizieren“.

Da Steinobst wie Pfirsiche, Pflaumen und Aprikosen nicht nachreifen, sollten diese nur reif und ohne grüne Stellen gekauft werden. Aufbewahren können Sie diese Früchte im Kühlschrank. So verderben sie nicht so schnell. Einziges Manko: Nach ein paar Tagen verlieren Sie ihr Aroma. Deshalb sollte Steinobst generell nur in kleinen Mengen gekauft werden, die Sie rasch essen können.

Viele Äpfel in einem runden Weidenkorb © Sea Wave/Fotolia

Äpfel getrennt lagern

Aus Äpfeln tritt das Reifegas Ethylen aus, weshalb sie immer getrennt von anderem Obst gelagert werden sollten.

Äpfel immer getrennt lagern

Birnen, Äpfel und Quitten lassen sich sehr viel länger lagern als andere Früchte, teilweise Wochen oder sogar Monate. Am besten lagert man sie kühl und trocken, ausgebreitet auf Zeitungspapier im Keller. Die Früchte sollten sich dabei nicht berühren, um Druckstellen und Fäulnis zu vermeiden. 

Wenn Ihr Kühlschrank mit einer Null-Grad-Zone ausgestattet ist, können Sie Äpfel auch dort lagern. Wichtig ist dann allerdings, dass nur Äpfel in diesem Fach lagern. Anderes Obst würde zu schnell verderben, da Äpfel das Reifegas Ethylen an die Umgebung abgeben. Dieses beschleunigt die Reifung von Obst. Das ist zwar von Vorteil, wenn Sie unreifes Obst schneller reifen lassen möchten, aber ein Nachteil bei der Lagerung.