Kühlschrank mit Kamera © Phovoir/Fotolia

Hilfe, mein Kühlschrank schießt Selfies – und jetzt?

Den smarten Kühlschrank mit eingebauter Kamera von der ganzen Welt aus immer bedienen und kontrollieren – klingt erst mal super. Aber wie funktioniert das Ganze überhaupt und hat eigentlich schon mal einer daran gedacht, dass genau das ziemlich kuriose Folgen haben könnte?

Wie ein Kühlschrank überhaupt zum smarten Fotografen wird und was dann passiert …

Ein Kühlschrank, der Selfies schießt, hat ohne Kamera und vernetzte App (z.B. die Home Connect App) auf einem Smartphone oder Tablet eigentlich kein Publikum. Wenn man sich die App runterlädt und registriert, sieht das schon ganz anders aus. Die Kamera wird mit dem Smartphone und dem WLAN verbunden und damit steht einer Fotosession dann nichts mehr im Wege. Verfügbar sind die Bilder auf dem Handy in der App. Wichtig zu wissen: Die Fotos werden nur geschossen, wenn die Tür sich öffnet und die Innenlampe leuchtet – diese Aufnahmen können für den Rest des Tages sehr nützlich sein, beispielsweise, wenn man später in der App während des Einkaufs nachschauen möchte, was sich im Kühlschrank befindet. Aber welche kuriosen Dinge Ihnen noch widerfahren könnten, das erfahren Sie im Folgenden:

Kühlschrank mit Kamera

Der Smart Fridge von Siemens sieht wie jeder andere Kühlschrank aus. Nur im Innenraum verstecken sich zwei kleine Kameras, die auslösen, wenn die Kühlschranktür geöffnet ist.

1. Sie sehen Ihre Beziehung aus einer ganz anderen Perspektive

Gerade unterwegs auf Dienstreise, Sie aktivieren per App Ihre Kühlschrankkamera und Ihnen springen 30 Flaschen Bier entgegen – obwohl Ihr Partner geschworen hat, den Konsum einzudämmen. Da kommt Freude auf! Wahrscheinlich fangen Sie bei diesem Anblick schon an zu kochen. Und wem gehören eigentlich der Nagellack, die Yakult-Fläschchen, die Sie noch nie mochten, der grüne Smoothie und der Mini Prosecco? Jetzt ist es zu viel. Sie verlieren die Fassung, greifen zum Telefon und stellen Ihre bessere Hälfte zur Rede. Dass Ihr Kühlschrank mal zum Detektiv werden würde, damit hätten wahrscheinlich weder Sie noch Ihr Partner gerechnet, oder?

2. Ihre Diät verliert an Glaubwürdigkeit

Auch bei Ihrer Diät zeigt Ihr Kühlschrank, welche investigativen Qualitäten in ihm stecken. Das bekommen Sie zu spüren, wenn Sie nachts heimlich zum Kühlschrank schleichen, die Tür öffnen und völlig ahnungslos mit der Hand am Knusperjoghurt abgelichtet werden. Inklusive Frisur, die keine ist, einem Gesicht, weiß wie eine Kalkwand, und einem Killerblick, bei dem Ihre Lebensmittel vorsichtshalber schon mal zusammengerückt sind. Blinzelnd tasten Sie sich zurück ins Schlafzimmer, legen sich wieder hin und verdrängen das Fotoshooting. Am nächsten Morgen wundern Sie sich im Halbschlaf, warum Ihr Partner neben Ihnen laut anfängt zu lachen und fragt, welches Monster heute Nacht den Kühlschrank überfallen hat? Da wird Ihnen klar, von wem die Rede ist. Super, dass die Bilder von gestern Nacht natürlich in der gemeinsamen Dropbox gelandet sind.

3. Ihr Partner steigt zum nachhaltigen Küchengott auf

„Schatz, ich habe heute Freunde da. Was soll ich kochen?“ Bei Rezeptideen reicht die Vorstellungskraft der meist männlichen Partner von Dosenravioli bis Currywurst. Sind noch Reste im Kühlschrank, werden diese geschmackvoll kombiniert: kalte, in Maggi schwimmende Salzkartoffeln mit Salamibrot und Schokopudding zum Beispiel. Die gute Nachricht ist: Bei den Rezeptideen ist immer noch Luft nach oben! Ein smarter Kühlschrank wird in Zukunft über die integrierte Kamera Bilder vom Lebensmittelbestand gemeinsam mit passenden Rezeptvorschlägen (z.B. von hello fresh) auf Ihr Handy in den Supermarkt schicken können. Das bedeutet, dass Sie sich schon mal auf Mahlzeiten freuen dürfen, die zumindest von der Zusammenstellung her an ein Gourmetrestaurant erinnern.

Bitte lächeln!

Es werden nicht nur Fotos vom Kühlschrankinneren gemacht. Mit der Home Connect App können Sie den Kühlschrank von unterwegs bedienen, beispielsweise die Temperatur anpassen.

4. Im Urlaub und Sie kommen nicht von zu Hause los 

Sie unterziehen sich am anderen Ende der Welt einer Detox-Fastenkur und Ihr Kühlschrank versorgt Sie mit Fotos von Ihrem heiß geliebten Lieblingsjoghurt und Käse? Oder Sie entdecken auf dem Foto, dass Ihr Sprössling die elternfreie Zeit zu Hause genießt und angebrochene Lebensmittel ein Eigenleben entwickeln? Bei diesem ist die Entspannung gerade mal hopsgegangen. Es ist ja schier unmöglich, den „smarten“ Schrank zu instruieren, sich um den angebissenen Toast, dem gerade ein Bart wächst, oder die langsam sterbende Tomate und die Pizza von vor drei Tagen zu kümmern. Deshalb führt kein Weg dran vorbei, den Zeigefinger zu heben und den Nachwuchs in die Schranken zu weisen. Von wegen also „Ich bin dann mal weg!“. Die wahren Probleme müssen eben immer noch persönlich gelöst werden.

5. Ihr Kühlschrank wird Instagram-Model

​​​​​​​Wenn Food-Fotografie, dann richtig. Back to the roots oder eher back to the fridge? Schon heute sind bei Instagram immerhin rund 6000 Bilder mit dem Hashtag #inmyfridge versehen. Mit den Kameras der smarten Kühlschränke könnte sich diese Bewegung zu einem Massentrend aufschwingen. Wahrscheinlich werden sich die Menschen in trendigen Restaurants und Cafés zunächst fragen, warum sich die Instagram-Stars nicht mehr inklusive Handy verbiegen, nur um den besten Schnappschuss ihrer Mahlzeit zu bekommen. Das eigentliche Shooting wird zu diesem Zeitpunkt schon längst gelaufen sein, denn bald kommt es nur noch auf die inneren Werte an. Genau genommen das Innere des Kühlschranks. Zeig mir deinen Kühlschank und ich sag dir, wer du bist! Gemüse nach Farben sortiert, Bilder in Fisheye-Optik, Close-ups mit #details – all diese Modi wollen bedient werden. Natürlich gehört das passende Fotoequipment auch dazu, sollte man sich dazu entscheiden, auf den Trend #inmyfridge aufzuspringen.

In der Zukunft der Kühlschränke heißt es: Bitte lächeln!

Wie Sie sehen, ist Ihr smarter Kühlschrank schon ziemlich smart. Komplett die Beine hochzulegen – das klappt aber auch mit diesem Gefährten noch nicht ganz. Es kann jedoch ziemlich hilfreich sein, zwischendurch mal einen digitalen Blick ins Innere des Geräts zu werfen. Und manchmal ist es sogar sehr unterhaltsam, oder? Auf die Zukunft der Kühlschränke können wir uns auf jeden Fall schon mal freuen. Und auch wenn er Sie mal in einer unangenehmen Situation erwischen sollte, bleiben Sie locker und Cheeeeese!