Ergonomie in der Küche

Ergonomie in der Küche

Maßgeschneidert nur für Sie

Auch die ästhetischste Küche mit tollen Funktionen ist nur dann ein echter Gewinn an Lebensqualität, wenn die Ergonomie in der Küche stimmt. Denn wenn alle wichtigen Bereiche gut erreichbar sind, die Arbeitshöhen und Abstände passen, geht die kreative Arbeit viel leichter von der Hand. Ergonomie kommt aus dem Griechischen und setzt sich zusammen aus den Begriffen „ergon“ und „nomos“, also „Arbeit“ und „Gesetz“. Dahinter verbirgt sich die Idee von Arbeitsprozessen, die möglichst gut an die menschlichen Bedürfnisse angepasst werden.

Neben den ästhetischen und technischen Aspekten, die mit Bedacht in der Küche geplant werden müssen, darf auch die Ergonomie nicht zu kurz kommen. Die Höhe der Arbeitsplatte, die Anordnung der Geräte sowie die Abstände der Küchenbereiche wie Herd, Spüle, Arbeitsfläche und Kühlschrank voneinander sind nämlich entscheidend dafür, wie leicht Ihnen die kreative Arbeit an Pfannen und Töpfen von der Hand geht. Darüber hinaus sollten Sie auch die Aufteilung des Stauraums sorgfältig planen. Denn wenn die Wege unnötig lang sind, wichtige Fächer in der falschen Höhe angeordnet sind oder beispielsweise die Kühlschranktür zur falschen Seite aufgeht, kommt schnell Küchenfrust auf. Wenn die Ergonomie in der Küche stimmt, vermeiden Sie damit auch eine übermäßige Belastung Ihres Rückens.

Ansprüche klären – Ergonomie planen

Für die Planung ist zunächst eine Bestandsaufnahme sinnvoll. Hierbei klären Sie, wer hauptsächlich in der Küche zugange ist, wie ein regulärer Tagesablauf aussieht und welche „Küchenprojekte“ am häufigsten stattfinden. Beispielsweise entdecken immer mehr Paare, wie viel Spaß das gemeinsame Kochen macht. Und da ist es nun mal unproduktiv, wenn er gerade Frühlingszwiebeln schneidet, dabei aber die Spüle blockiert, in der sie gerade das Nudelwasser wegschütten will. 

Ebenso überlegenswert: ein gemütlicher Platz fürs schnelle Frühstück oder für den Aperitif, wenn mit Freunden gemeinsam gekocht wird. Auch die Stromversorgung wird in der modernen Küche für elektrische Helfer wie Mixer, Küchenmaschine oder Entsafter immer wichtiger. Also unbedingt auch an Steckdosen denken, die in der Arbeitsplatte integriert sind. Eine Checkliste zu den Vorüberlegungen für die Bedürfnisse der Küchennutzer beinhaltet folgende Punkte:

  • Wer muss in der Küche am häufigsten klarkommen?
  • Gehören Kinder zu den Küchennutzern?
  • Ist Barrierefreiheit ein wichtiger Aspekt?
  • Gibt es körperliche Beeinträchtigungen, die zu berücksichtigen sind?
  • Wie wichtig ist die Vorratshaltung in der Küche?
  • Welche sind die regelmäßigen Tätigkeiten? (Spülmaschine aus- und einräumen, Salatzubereitung, Essen aufwärmen, backen, „kalte Küche“, Schnellgerichte)
  • Sollten Beschläge und Scharniere eventuell für Linkshänder ausgerichtet werden?
Arbeitshöhe anpassen

Arbeitshöhe anpassen

Um Rückenschmerzen vorzubeugen, sollten die Arbeitsbereiche auf den Hauptnutzer der Küche angepasst werden. Gibt es mehrere Nutzer unterschiedlicher Größe (zum Beispiel ein Haushalt mit älteren Menschen oder Kindern), entscheiden Sie sich am besten für eine Küche, in der sich die Arbeitsplatten in der Höhe verstellen lassen.

Arbeitsplatte und -bereiche: Die richtige Höhe finden 

Rückenbeschwerden sind eine der Volkskrankheiten Nummer eins. Die Arbeitshöhen sollten Sie also so planen, dass der Hauptnutzer möglichst ergonomisch werkeln kann. Als Faustregel gilt, dass bei abgewinkeltem Arm zwischen Ellenbogen und jeweiligem Arbeitsbereich ein Abstand von zehn bis 20 Zentimetern liegen. Stimmt dieser Abstand, so werden auch zeitaufwendige Vorbereitungen wie Spargel schälen, Krabben pulen oder Champignons säubern nicht zur Tortur. Aus dieser ergonomischen Faustregel ergibt sich für die optimal geplante Küche, dass die Kochfläche idealerweise zehn bis 20 Zentimeter tiefer angeordnet ist. Denn hier arbeiten Sie in Töpfen und Pfannen und somit auf einem höheren Niveau.

Das Gegenteil ist bei der Spüle zu berücksichtigen. Zwar liegt der Spülenrand auf dem Niveau der Arbeitsfläche, aber das Spülgut reinigen Sie ja eher am Boden des Spülbeckens – also 15 bis 20 Zentimeter tiefer. Deshalb ist es sinnvoll, den Spülbereich zu erhöhen. 

Wichtig auch für ergonomisches Arbeiten: Planen Sie einen Platz ein, an dem Sie im Sitzen arbeiten können. Denn Spargel schälen oder Champignons putzen dauert oft länger. Im Sitzen sind diese Arbeit dann angenehmer auszuführen. 

Inzwischen haben einige Küchenhersteller Programme entwickelt, bei denen sich die wichtigsten Module elektrisch anheben und absenken lassen. Diese Lösungen sind zwar in der Anschaffung kostspielig, zahlen sich aber dann besonders aus, wenn viele Menschen mit verschiedenen Bedürfnissen die Küche nutzen.  

Checkliste Arbeitsplatte und -bereiche

  • Optimale Höhe der Arbeitsplatte: Ellenbogenhöhe bei angewinkeltem Arm minus 15 bis 20 Zentimeter
  • Optimale Höhe der Kochstelle: Arbeitsplatte minus 15 bis 20 Zentimeter
  • Optimale Höhe der Spüle: Arbeitsplatte plus 15 bis 20 Zentimeter
  • Unbedingt auch einen Arbeitsplatz einplanen, an dem sitzend gearbeitet werden kann
  • Bei der Planung elektrisch verstellbare Systeme der Hauptmodule in Erwägung ziehen

 

Optimale Arbeitshöhe von Kochfeld und Arbeitsplatte

KörpergrößeArbeitsplatteKochfeld
1608579
1659085
1709085
1759589
18010091
18510596
19010596
195110102

Küchenbereiche clever anordnen und richtig Meter sparen

Beim ergonomischen Einrichten Ihrer Küche sind es im Prinzip fünf Bereiche, die sinnvoll miteinander in räumlichen Einklang gehören. Die drei „Operativbereiche“ sind Vorbereiten, Kochen und Spülen. Dazu kommen Vorratshaltung und Aufbewahrung. Letztere sind für die Kücheneinrichtung eher zu vernachlässigen. Denn den Weg zum Nudelvorrat oder zu den Frühstückstellern absolvieren Sie ja pro Mahlzeit nur einmal. 

Spannend wird es bei der Gestaltung der Operativbereiche. Vom Kühlschrank zur Arbeitsplatte, vom Schnippeln in den Topf, vom Herd in die Spüle und aus der Pfanne zum Aufschneiden und Anrichten, das sind die Wege, auf die es ankommt. Gestalten Sie also diese drei Bereiche als Dreieck, in dem Sie richtig wirbeln können, ohne weit laufen zu müssen. Eine wichtige Regel sollten Sie dabei nicht außer Acht lassen: Rechtshänder arbeiten am ergonomischsten von links nach rechts, Linkshänder andersherum! Das erleichtert die Arbeit nicht nur ungemein, sondern schafft auch Ordnung, selbst wenn es richtig hoch hergeht am Herd.

Checkliste Anordnung der Küchenbereiche

  • Kurze Wege zwischen Arbeitsfläche, Kochstelle und Spüle berücksichtigen
  • Aufbewahrung (Geschirr, Gläser, Besteck) möglichst nah an die Spülmaschine
  • Bevorratung (nicht zu kühlende Lebensmittel) aus dem Aktionszentrum verlagern
Erhöhter Backofen

Erhöhter Backofen

Nicht nur das Hinein- und Herausheben der Gerichte wird durch den erhöhten Einbau von Backofen oder Dampfgarer erleichtert. Auch das Bestreichen des Bratens ist einfacher und passiert ohne Bücken.

Einbaugeräte ergonomisch platzieren: Unten ist out!

Erinnern wir uns kurz an die klassische Küche der 70er-Jahre: Sie war als Küchen-L angeordnet, der Kühlschrank stand oftmals als Einzelgerät auf dem Boden und der Backofen war grundsätzlich unter den Kochplatten eingebaut. Diese Zeiten sind glücklicherweise endgültig vorbei. Heute werden sämtliche Einbaugeräte in ergonomisch sinnvoller Höhe angeordnet. Dies gilt übrigens auch für den Geschirrspüler. So können Sie sich eine echte Arbeitserleichterung verschaffen und den Rücken spürbar schonen. Planen Sie den Backofen, einen Kombidämpfer, die Einbau-Kaffeemaschine oder den Geschirrspüler so, dass Sie aufrecht stehend mit angewinkelten Armen agieren können, ohne dabei den Rücken zu krümmen. 

Wer schon mal einen brodelnden Auflauf aus einem Unterbau-Ofen gezirkelt hat, wird den Vorteil der sinnvollen Einbauhöhe auf Brusthöhe zu schätzen wissen. Dasselbe gilt natürlich auch für den Kühlschrank. Denn seine Tür ist die, die im normalen Küchenbetrieb am häufigsten geöffnet wird. Für einen Standardkühlschrank gilt, dass seine Unterkante etwa auf Hüfthöhe platziert wird, sonst müssen Sie sich zum Erreichen der oberen Fächer oder des Gefrierfachs mächtig strecken. Und die Kinder hätten gar keine Chance mehr, sich ohne Hocker einen Joghurt zu stibitzen. 

Den Stauraum ergonomisch einrichten

Haben Sie gewusst, dass eine vierköpfige Familie Stauraum für gut 250 Kilogramm Geräte, Geschirr und Utensilien braucht? Neben den bereits beschriebenen Aktionsbereichen Herd, Spüle und Arbeitsfläche gehört zu einer ergonomisch geplanten Küche natürlich auch gut erreichbarer und sinnvoll angeordneter Stauraum. Unterschränke, Oberschränke, Apothekerschränke oder Regalflächen: Auch hier sollten Sie bei der Anordnung an die Praktikabilität denken. 

Als Faustregel gilt: Unterschränke so weit wie möglich mit Auszügen ausstatten. Denn auf Knien eine Tür zu öffnen und aus dem hintersten Eck ein wichtiges Utensil hervorzukramen, nervt gewaltig. Sehr sinnvoll sind übrigens hierbei Antirutschmatten. Vor allem bei der Aufbewahrung des Kochgeschirrs verhindern sie lautes Klappern von Töpfen, Pfannen und Geschirr. Regalanordnungen eignen sich eher für Oberschränke. Sie können hier im Stehen und mit freiem Blick zugreifen, ohne sich verrenken zu müssen. Immer beliebter werden Klappenscharniere an Oberschränken, da die Tür nach oben verschwindet. Das hat den Vorteil, dass die Tür im geöffneten Zustand nicht in den Arbeitsraum ragt.

Checkliste ergonomische Anordnung der Stauraumelemente:

  • Faustregel: Unten so viele Auszüge wie möglich vorsehen
  • Regale eher im Bereich der Oberschränke einplanen, Klappscharniere bevorzugen
  • Apothekenschränke für die Vorratshaltung wählen
  • Eckschränke mit Karussellsystemen ausstatten

 

Design und Geräte sind wichtig – aber nicht alles!

Laut einer aktuellen Statistik kommen die meisten Kücheninteressenten mit den zwei Hauptthemen Design und Auswahl der Geräteausstattung zum Planungsgespräch. Daraus resultieren dann oft Fehler, die sich erst nach der kompletten Kücheninstallation bemerkbar machen – dann aber schnell zum täglichen Ärgernis werden. Vermeiden Sie diese Fehler, indem Sie von vornherein an eine clevere Ergonomie denken! Ihr MHK-Berater ist auch in diesem Punkt ein Profi, der alle aktuellen Trends kennt. Der MHK-Experte Dirk Schläfer, Inhaber eines Küchen-Fachgeschäftes in Mainz, erklärt: „Wenn Sie mit uns zusammen Ihren Traum von der neuen Küche verwirklichen, sorgen wir dafür, dass auch die Arbeitsprozesse so austariert sind, dass Sie mit einer Menge Spaß kreativ sein werden – ohne lästige Wege und schmerzenden Rücken!“

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