Fehler in der Küchenplanung vermeiden © Rawpixel Ltd./Fotolia

Fehler vermeiden durch smarte Küchenplanung

Falsche Kompromisse in der Küche tun weh

Eine nicht gut durchdachte, leichtfertige Küchenplanung führt meist zu einer deutlichen Schmälerung der Freude über die Neuanschaffung. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Planungsfehler täglich mehrfach ins Bewusstsein rückt. Denn schließlich ist ja die Küche ein zentraler Raum, den wir sehr häufig nutzen. Wir haben Ihnen die wichtigsten Planungsfehler aufgelistet, damit Ihnen bei der Planung Ihrer neuen Küche Frust erspart bleibt. 

Das fängt übrigens beim falsch angesetzten Budget an. Da lohnt es sich im Hinblick auf die Langlebigkeit auf Qualität zu setzen. Abstriche an den falschen Stellen können sich später rächen. Wenn Sie bei der Küchenplanung vielleicht „nur“ 20 Prozent von der Realisierung Ihrer echten Traumküche entfernt sind, lohnt sich durchaus der Gedanke, über eine Voll- bzw. Teilfinanzierung nachzudenken und sich Angebote einzuholen. Denn eine Küche, bei der an den falschen Ecken gespart wurde, ärgert Sie deutlich länger als überschaubare Monatsraten. Als erste Orientierung können Sie in Sachen Budget diesen Budgetrechner für eine erste Grobplanung zunutze machen.

Aber auch ein großzügig bemessenes Budget bewahrt nicht vor Planungsfehlern. Es zahlt sich letztlich immer aus, vor dem Bauvorhaben einen Fachmann zu konsultieren. Wir haben Ihnen die häufigsten Fehler und Fettnäpfchen, in die Sie bei der Küchenplanung treten können, einmal zusammengestellt.

Anschlüsse nicht vergessen © Christian Stoll/Fotolia

Anschlüsse nicht vergessen

Beim Planen einer neuen Küche sind die Anschlüsse ein wichtiges Thema. Sie entscheiden nämlich, wo Herd, Backofen und Geschirrspüler untergebracht werden. Professionelle Küchenplaner werden Sie bei der richtigen Platzierung der Anschlüsse kompetent beraten.

Aufmaß und Anschlüsse

Dieses Problem stellt sich eigentlich nur, wenn Sie Ihren Traum von der neuen Küche in Eigenregie verwirklichen wollen. Denn diese beiden Arbeitsschritte sind für einen professionellen Küchenplaner selbstverständlich. Entscheidend für den Aufbau Ihrer Küche sind die baulich vorgegebenen Anschlüsse. Passen die nicht, ist vermutlich noch Zeit für eine Veränderung der Installationen. Dabei spielt der Starkstromanschluss eine ebenso große Rolle wie die Wasserversorgung. In dieser Planungsphase sollten Sie überlegen, ob Sie eventuell einen zweiten Wasseranschluss für einen Kühlschrank, einen Kombidämpfer oder eine Profikaffeemaschine benötigen. Wenn Sie die Küchenanschlüsse skizzieren, sollten Sie auch genügend Steckdosen einplanen. Fachleute raten zu zehn Steckdosen, wovon sechs für die elektrisch betriebenen Küchenhelfer genutzt werden sollen. 

Im nächsten Schritt steht die Dunstabzugstechnik an. Wenn Sie Umlufthauben für wenig geeignet halten, müssen Sie an eine Abluftleitung durch die Hauswand denken. Für das exakte Aufmaß, nach dem Sie später Ihre Möbel bestellen, sollten Sie größte Sorgfalt walten lassen. Denn schon ein „ungerader“ Winkel oder eine schiefe Fuge sehen nicht nur unschön aus, sondern können einen fatalen Dominoeffekt für den gesamten Küchenaufbau haben. Vor allem, wenn Sie Eckmöbel einplanen. 

Checkliste Aufmaß und Anschlüsse

  • Wasser und Stromanschlüsse sorgfältig planen
  • Für genügend Steckdosen sorgen
  • Küchenraum genauestens ausmessen
  • Abluftleitung nach außen einplanen
  • Starkstromleitung vorsehen
  • An die optimale Nutzung der Ecken für Stauraum denken 

Ergonomie: Arbeitsplatte, Mobiliar und Laufwege

Die Ergonomie ist entscheidend für das effektive Arbeiten mit Spaß und Komfort. Die falsche Arbeitshöhe ist einer der häufigsten Fehler bei der Küchenplanung. Die Höhe der Arbeitsplatte sollte sich bei der Planung der Familienküche am Hauptakteur in der neuen Küche orientieren, in modernen Familien nicht immer eine leichte Entscheidung. Wenn zwischen den angewinkelten Armen und der Arbeitsfläche etwa zehn bis 15 Zentimeter Abstand eingehalten werden, dann haben Sie zumindest bei der Höhe der Arbeitsplatte alles richtig gemacht. 

Um die Ergonomie Ihrer Küche perfekt zu gestalten, sollten Sie zudem die Kochstelle im Niveau etwas tiefer ansetzen, schließlich sollten Sie beim Kochen ohne Mühe in Ihren Töpfen und Pfannen arbeiten können. Für die Spüle gilt das Gegenteil: Sie ist ideal platziert, wenn der Spülenrand etwas höher liegt als die Arbeitsfläche. So kommen Sie auch mühelos an den Boden der Spüle.

Für das Mobiliar gilt aus ergonomischer Sicht, dass Sie, wo immer es geht und das Budget dies hergibt, mit Auszügen arbeiten sollten. Das erspart Ihnen die lästige Sucherei nach Utensilien aus den Tiefen der Unterschränke in gebückter Haltung. Gut erreichbaren Platz in den Oberschränken schaffen Sie beispielsweise mit Apothekerschränken.

Achten Sie auch darauf, Ihre Arbeitsprozesse bei der Küchenplanung zu berücksichtigen. Zubereiten – Kochen – Spülen: Diese Arbeitsschritte sollten in einem Dreieck stattfinden, in dem nur kurze Wege zurückzulegen sind. Backofen, Spülmaschine und Kühltechnik ordnen Sie unter Ergonomiegesichtspunkten idealerweise oberhalb der Arbeitsplattenhöhe an. Das erleichtert das Arbeiten in der Küche ungemein und schont zudem Ihren Rücken. 

Checkliste Ergonomie

  • Arbeitsplatte in der richtigen Höhe planen
  • Kurze Laufwege vorsehen
  • Reichlich Schubladen einplanen
  • Apothekerschränke sind Stauraumwunder
  • Höhen der Arbeitsbereiche am Hauptnutzer der Küche ausrichten
Fehler vermeiden – durch kompetente Beratung © Yuri Arcurs/Fotolia

Fehler vermeiden – durch kompetente Beratung

Wenn Sie die Küche selbst planen möchten, gibt es viel mehr zu beachten als Design und Ästhetik. Mit einem professionellen Küchenberater lassen sich Planungsfehler von vornherein ausschließen.

Die richtigen Geräte

Ein hohes Potenzial späterer Unzufriedenheit steckt in der Auswahl falscher Geräte. Das geschieht besonders häufig, wenn Sie mit Komplettangeboten konfrontiert werden, bei denen die Geräte im Preis Ihrer Küche inbegriffen sind. Zwar sind die Geräte im Komplettpaket nicht unbedingt von minderer Qualität. Aber hinsichtlich Ihrer persönlichen Anforderungen, Vorlieben und nicht zuletzt der Nachhaltigkeit der neuen Geräte sollten Sie sich ausführlich beim Experten informieren.

Da wäre zunächst die Frage nach dem Energieverbrauch. Entscheiden Sie sich unbedingt für Technik mit hohen Energieeffizienzklassen. A++ oder sogar A+++-Geräte sind zwar in der Anschaffung etwas teurer, amortisieren sich aber bereits nach wenigen Nutzungsjahren. Weitere Fehlerquellen sind zu kleine oder zu große Geräte, die sich nicht am tatsächlichen Bedarf orientieren. Kühltechnik sollten Sie an Ihren Pro-Kopf-Bedarf anpassen. Singles kommen mit 100 Litern aus, Paare mit 140 Litern. Für jedes weitere Familienmitglied sollte man 80 Liter addieren. Für tiefgefrorene Lebensmittel kommen nochmals 50 Liter Tiefkühlraum pro Kopf hinzu. Mit diesen Kühlkapazitäten sind Sie sehr gut versorgt. Lassen Sie sich vor der Wahl Ihres Kühlschranks auch das Thema Null-Grad-Zone (die je nach Hersteller unterschiedlich genannt wird, beispielsweise „Biofrech“ oder „Vitafresh“) erklären. Diese Ausstattung kostet nicht viel mehr, hilft Ihnen aber effektiv dabei, Lebensmittel länger frisch zu halten. 

Um beim Thema Kochstelle die individuell richtige Entscheidung zu treffen, hilft fachliche Beratung im Küchenstudio. Dort kann im Detail geklärt werden, ob es Ceran, Induktion, Gas oder gar eine Kombination sein soll. In Sachen Spültechnik steht ebenfalls eine wichtige Entscheidung an: Achten Sie bei Ihrer Spülmaschine auf ein „flexibles Innenleben“ mit frei justierbaren Körben. Und gehen Sie ruhig einmal zum „Probehören“, denn eine zu laute Spülmaschine ist der absolute Kommunikationskiller in der Küche. Auch ein Backofen ist nicht einfach nur ein Backofen. Es lohnt sich, hier die Funktionen genauer anzusehen. Beispielsweise können Sie gerade beim Backen, Braten und Schmoren sehr viel flexibler, schneller und vitaminschonender zubereiten, wenn Sie auf ein Gerät mit Dampfgarausstattung setzen. Und deutlich komfortabler im Alltagsgebrauch ist ein Backofen, der mit einem effizienten Selbstreinigungssystem ausgestattet ist. Es wäre also nicht nur schade, sondern auf Jahre hinaus ärgerlich, wenn hier unüberlegte, schnelle Entscheidungen zum Tragen kommen.

Checkliste Geräte

  • Geräte mit hoher Energieeffizienzklasse bevorzugen
  • Mit dem Fachmann herausfinden, welcher „Herdtyp“ Sie sind
  • Bei der Spülmaschine auf die Lautstärke achten
  • Kühltechnik inklusive Gefrierkapazität planen
  • Null-Grad-Zonen im Kühlschrank nicht vergessen
  • Backofen mit Reinigungssystem ordern


Fehlentscheidungen bei der Küchenplanung müssen nicht sein, wenn man alles in Ruhe bedenkt. Und echte Planungsfehler lassen sich durch fachmännisches Know-how von vornherein ausschließen. Die MHK Küchenplanerin Claudia Frey, Inhaberin eines Küchen-Fachgeschäftes in Kandel, erklärt: „Wir stellen in unseren Erstgesprächen mit Kunden oft fest, dass in der Küchenplanung zunächst optische und ästhetische Aspekte im Vordergrund stehen. Das ist auch gut so, denn die neue Küche soll ja gefallen. Schnell merken unsere Kunden aber auch, wie wichtig eine fein aufeinander abgestimmte Geräteausstattung, die sinnvolle Anordnung der Arbeitsbereiche und Ergonomie sind. Denn eine gut geplante Küche ist heutzutage ein Hightecharbeitsplatz mit Spaßgarantie.“ 

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