Welcher Herd ist der Richtige?

Gas, Induktion oder Ceran – welches Kochfeld passt zu mir?

Das Kochfeld ist neben dem Backofen das Herzstück der Küche. Kein Wunder also, dass sich, wenn es um den Herd geht, die Küchenliebhaber in drei Lager spalten: Gas, Ceran und Induktion. Elektroherde mit Massekochfeldern aus Gusseisen, wie wir sie von früher kennen, gelten als veraltet. Sie werden heutzutage aufgrund des hohen Energie- und Reinigungsbedarfs nicht mehr in neue Küchen verbaut. Deshalb lassen wir diese Technik außen vor. 

Egal ob Gas, Ceran oder Induktion: Jeder Herd eignet sich zum Braten, Kochen und Dünsten. Trotzdem gibt es Vor- und Nachteile, die Sie vor einem Kauf bedenken sollten. Hierbei spielen nicht nur Bedienbarkeit und Energieeffizienz eine Rolle, sondern auch die Sicherheit für die im Haushalt lebenden Personen.  

Tipps vom Profi: Kochfeld

Das Ceranfeld: die saubere Lösung

Cerankochfelder treten ihren Siegeszug bereits Mitte der 70er-Jahre an und dominieren in den Folgejahren die technische Küchenausstattung weltweit. Energetisch sind diese Kochfelder den altbekannten Gusseisen-Kochstellen um Längen überlegen. Und dazu erfreuen Sie heute wie auch damals schon durch eine beispiellos unkomplizierte Reinigung. Nach Lust und Laune kochen, dann mit ein bisschen Spülmittel und einem beherzten Wisch den Herd sauber machen – das verschafft Zeit für Wichtigeres. Einziger Nachteil der Hightechkochstelle ist das Einbrennverhalten: Schon ein bisschen verschüttete Milch mutiert zu hässlichen Krusten, die sich nur mit einem rasierklingenscharfen Spezialmesser entfernen lassen. 

Auch wenn die Technik der Elektrofelder unter einer Glaskeramikschicht (besser bekannt als Ceran) bereits in den 70er-Jahren erfunden wurde, sind Ceranfelder heute noch immer eine gute Wahl. Was jedoch die schnelle Verfügbarkeit und die genaue Dosierung der fürs Kochen benötigten Hitze angeht, sind sie von der Induktionstechnik übertrumpft worden. 

Nach wie vor punkten Ceranfelder in Sachen Hygiene: Da die Fläche vollkommen eben ist, gerät das Kochgeschirr nie in Schieflage, sodass Nudelwasser oder Fleischbrühe überschwappen. Und selbst wenn, ist die Reinigung eine Sache von wenigen Minuten. Sehr komfortabel ist beim Ceranfeld auch die Bedienung: Auf einem Touchscreen-Bedienfeld sind mit der Fingerkuppe alle Funktionen einfach abzurufen. Kochfeld auswählen, die Temperatur regeln und Timer einstellen, das geht alles ohne Knöpfe und Schalter einfach mit dem Finger. Ferner können Sie bei den meisten Herstellern die Größe der Kochfelder variieren. Für kleine Töpfe etwa nutzen Sie nur einen grafisch dargestellten kleinen Teil des jeweiligen Kochfeldes. Außerdem gibt es für Cerankochfelder inzwischen auch die „Topferkennung“. Das Kochfeld schaltet also automatisch ab, wenn Sie den Topf entfernen. Einziger Nachteil der Glaskeramik: Bei groben Schlägen können die Glasflächen Sprünge bekommen oder brechen. 

Das Cerankochfeld – Vorteile und Nachteile

+ energetisch besser als gusseiserne Kochfelder- höherer Stromverbrauch im Vergleich zu Induktion
+ pflegeleicht und einfach zu reinigen- empfindlich gegen Einbrennen
+ einfache Bedienung per Touch- Kochstelle bleibt nach dem Abschalten lange heiß

Der Induktionsherd: die clevere Technik mit der kalten Platte

Auch wenn die Induktionstechnik bereits im 19. Jahrhundert entdeckt wurde, hielt sie in Form massentauglicher Kochstellen erst in den 90er-Jahren Einzug in die moderne Küche. Bei Induktion wird nicht die Kochstelle selbst erhitzt. Unter der Glaskeramikplatte befindet sich eine Induktionsspule aus Draht. Die Spule wird von Strom durchflossen und erzeugt ein magnetisches Wechselfeld. Die Energie, die dabei entsteht, wird in Form von Wärmeenergie an den Topf und die darin befindlichen Lebensmittel abgegeben. So kommt es zu dem Phänomen, dass die Stelle, auf der eben noch gekocht wurde, absolut kühl ist, sobald der Topf verschwindet. Vor allem Familien mit Kindern wissen das zu schätzen. Ein zusätzlicher Sicherheitsaspekt ist die Topferkennung: Ist kein Topf auf der Induktionsfläche, tritt auch keine Spule in Aktion. 

Ein weiterer Vorteil der Induktion ist, dass tatsächlich nur der Topfboden erwärmt wird, unabhängig von seiner Größe. Für Induktionsneulinge sei noch erwähnt, dass beim Kochen auf dem Induktionskochfeld Geräusche entstehen können. Diese resultieren aus dem schnellen Erhitzen des Kochgeschirrbodens, der durch die Hitze „mechanisch“ arbeitet. Und auch das Kochfeld selbst kann vor allem bei Abrufen voller Leistung zu surren oder zu knacken beginnen. 

Vorteil Nummer drei ist die enorme Effizienz dieser Technik. Mit Induktion bringen Sie das Spaghettiwasser etwa doppelt so schnell zum Kochen wie mit Gas und fast dreimal so schnell wie mit einer herkömmlichen Herdplatte. Das nimmt unter Umständen Einfluss auf Ihre Kochgewohnheiten: Während Sie früher schon mal Wasser aufsetzen konnten, um dann in aller Ruhe die Kartoffeln zu waschen, werden Sie das als Induktionsherdnutzer nun vorher erledigen müssen. Denn das Wasser kocht wirklich schon nach sehr kurzer Zeit! 

In Sachen Bedienung ist die Induktionsherdsteuerung bei den meisten Geräten per Touchscreen komfortabel und einfach. Eines müssen Sie bei der Entscheidung für Induktionstechnik bedenken: Sie dürfen ausschließlich Töpfe und Pfannen verwenden, die für Induktion geeignet sind. Mit Ihren herkömmlichen Edelstahl- oder Aluminiumtöpfen bleibt das Essen auf dem Induktionsherd kalt. Inzwischen gibt es aber von allen namhaften Herstellern Kochgeschirr, das für alle Herdarten infrage kommt – und das auch zu erschwinglichen Preisen. Daher sollten Sie Ihre Entscheidung für oder gegen Induktion keineswegs von Ihrer Ausstattung mit Pfannen und Töpfen abhängig machen. In puncto Reinigung steht der Induktionsherd dem Ceranfeld in nichts nach: Die gesamte Technik verbirgt sich unter einer Glaskeramikscheibe, die mühelos zu reinigen ist. 

Der Induktionsherd – Vorteile und Nachteile

+ energiesparend, da nur die Topffläche erhitzt wird- in der Anschaffung teurer als die anderen Techniken
+ absolut kindersicher, keine Verbrennungsgefahr- funktioniert nur mit induktionsgeeignetem Kochgeschirr
+ beste Hitzeentwicklung aller Systeme
+ sehr einfache Reinigung 
Profis bevorzugen Gas

Profis bevorzugen Gas

Die schnelle Verfügbarkeit und gute Dosierbarkeit der Gasflamme sind die großen Vorteile des Gaskochfeldes. Daher wird fast ausschließlich diese Art zu kochen in Profiküchen genutzt.

Gasherd: der Liebling der Profis

Den kennen die meisten von uns noch aus Omas Küche oder aus südlichen Ländern: Der Gasherd ist ein bewährtes Konzept und ist vor allem auch in der Gastronomie verbreitet wie geschätzt. Er strahlt eine besondere Gemütlichkeit aus und versprüht einen nostalgischen Charme. Sein systemischer Vorteil ist die schnelle Verfügbarkeit großer Hitze – und die Tatsache, dass die Hitze sofort weg ist, wenn die Flamme gelöscht wird. Dazu kommt die sichtbare, feine Dosierbarkeit der Flamme. All das macht den Gasherd nach wie vor zum Lieblingsgerät in der Profiküche. 

Doch seine guten Eigenschaften beim eigentlichen Kochen verblassen ein wenig, wenn es nach der Zubereitung des Menüs an die Reinigung das Küchenherds geht. Zwar lassen sich bei den meisten Modellen die Topfträger für Töpfe und Pfannen in der Spülmaschine reinigen. Aber die erhöhten Gasdüsen müssen recht aufwendig von Hand oder in der Spüle gereinigt werden. Auch die Herdoberfläche ist durch die integrierten Gasbrenner nicht so einfach zu wischen wie etwa ein Ceran- oder Induktionskochfeld. Dazu setzt der Gasherd voraus, dass Ihr Gebäude über einen Gasanschluss verfügt. 

Andernfalls müssen Sie mit Gasflaschen arbeiten, die idealerweise im Herd untergebracht werden, was natürlich einen regelmäßigen Austausch der Flaschen nach sich zieht. Und um nicht urplötzlich vor der kalten Herdplatte zu stehen, empfiehlt sich die Bevorratung mit einer Ersatzgasflasche, die ebenfalls Platz benötigt. Wie auch immer Sie das Gasmanagement gestalten: Mit einem Gasherd kochen ist auf jeden Fall wirtschaftlicher als mit den Elektrosystemen Induktion oder Ceran. Selbst bei der Gasversorgung mit der Pfandflasche sind die Betriebskosten deutlich unter denen, die Sie für einen elektrisch betriebenen Herd einkalkulieren müssen. Dennoch hat der Gasherd für viele einen entscheidenden Nachteil. Undichte Leitungen, defekte Ventile oder marode Anschlüsse führen nämlich im Extremfall zu einer Gasexplosion. Neben regelmäßiger Überprüfung in Eigenregie lohnt sich auf jeden Fall der jährliche Routinecheck durch einen Fachbetrieb (etwa einen Gasinstallationsbetrieb). Das ist zwar gesetzlich nicht vorgeschrieben, Sie sind damit aber auf der sicheren Seite.  

Der Gasherd – Vorteile und Nachteile 

+ schnelle Verfügbarkeit der Hitze- Gasanschluss oder Vorsorgung mit Gasflaschen ist nötig
+ gute Dosierbarkeit der Flamme- schwieriger zu reinigen
+ sehr niedriger Energieverbrauch - hoher Wartungsaufwand der Gasleitungen
Hybrid-Kochfeld

Hybridkochfeld

Sie können auch Kochfelder kombinieren, wie zum Beispiel ein Induktionsfeld mit einem Gasfeld. So haben Sie mehr Möglichkeiten beim Kochen.

Die elegante Hybridlösung: Kombination zweier Techniken

Es ist auch machbar, die verschiedenen Eigenschaften der unterschiedlichen Herdarten miteinander zu verbinden – etwa Gas und Induktion oder Gas und Ceranfeld. Das erhöht Ihre Flexibilität beim Zubereiten der Speisen. Langsam garen mit Induktion und schnelles Anbraten mit Gas lassen sich so prima timen und parallel durchführen. Stehen Sie auf Kurzgebratenes, ein deftiges Frühstück mit Spiegeleiern und gebratenem Speck oder frische Minutensteaks, lässt sich beispielsweise auch eine Griddleplatte integrieren – die ersetzt eine Pfanne und ist eine wunderbare Ergänzung zu einem Herd mit vier oder mehr Kochstellen. Die MHK-Expertin Claudia Frey, Inhaberin eines Küchen-Fachgeschäftes in Kandel, erklärt: „Die Hersteller ermöglichen Ihnen vielfältige technische Lösungen, die sich miteinander kombinieren lassen. So finden wir auch bei hohen Ansprüchen den Technikmix für Sie, der ideal zu Ihren Anforderungen und Gewohnheiten passt.“

Bei der Planung Ihrer Kochstelle sollten Sie also mit Ihrem Küchenplaner genau eruieren, wie sich Ihre Gewohnheiten am besten mit der passenden Technik unter einen Hut bringen lassen. Dazu müssen natürlich die technischen Voraussetzungen geklärt werden.

Tipps für das Planungsgespräch: 

  • Welche Anschlüsse sind realisierbar (Gas/Strom)?
  • Wie wichtig ist der Sicherheitsaspekt (Kinder im Haushalt)?
  • Sind Sie eher der Brattyp? Der Woktyp? Der Topftyp?
  • Welcher Backofen passt zu Ihrer Planung (Gasbackofen, Einbaubackofen im Herdblock)?
  • Wie viele Kochfelder müssen es sein?
  • Stichpunkt Energie: Wann amortisiert sich der Induktionsherd durch geringeren Strombedarf?

Wenn Sie diese Fragen klären, werden Sie gemeinsam mit dem Planungsprofi zu einem Ergebnis kommen, das Ihre Küche zu einem perfekten Lebensraum macht und an der Sie lange Freude haben. 

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