Küchenformen

Die ideale Küchenform finden

Sie haben sich für den Einbau einer neuen Küche entschieden und stehen schon zu Beginn der Planung in einem Dschungel aus verschiedenen Formen und Grundrissen? 

Wir helfen Ihnen, den Durchblick zu behalten und erklären Schritt für Schritt, welche Küchenformen es gibt, welche Vor- und Nachteile sie haben und worauf Sie bei Planung und Umsetzung achten sollten.

Einen Raum zum Kochen, Essen und Leben gestalten

Eine Küche ist heutzutage oft viel mehr als nur Ort der Essenszubereitung. Welche Rolle genau sie in Ihrem Alltag spielt und welche Küchenform somit für Sie die optimale ist, hängt deshalb von verschiedenen Faktoren ab. Formulieren Sie zuerst Ihre eigenen Wohnbedürfnisse und Ansprüche, die Sie an Ihre Küche stellen:

  • Ist die Küche oft Treffpunkt und wird zum gemeinsamen Kochen und Essen genutzt?
  • Oder bereiten Sie tatsächlich nur die Speisen darin zu und versammeln sich dann um einen Essplatz in einem anderen Raum?
  • Sind Kinder in Ihrer Familie, die aktiv an der Essenszubereitung teilhaben möchten/sollen?
  • Wie viel Stauraum wird in der Küche benötigt, gibt es zum Beispiel noch weitere Möglichkeiten zur Aufbewahrung, wie eine Speisekammer oder ein Buffet am Essplatz?

All diese Fragen lohnt es sich vorab zu stellen und so einen ersten Eindruck zu bekommen, wohin die Küchenreise gehen könnte. Die beste Küchenform für Ihre Bedürfnisse zu finden, kann etwas Zeit in Anspruch nehmen, wird mit kompetenter Beratung aber zum Kinderspiel. Damit Sie optimal darauf vorbereitet sind, geben wir Ihnen die wichtigsten Grundinformationen mit auf den Weg.

Diese sechs Grundformen sollten Sie kennen

Grundsätzlich können Sie Ihre Küche in einer der sechs Grundformen planen:

  • Einzeilig
  • Zweizeilig
  • L-Form
  • U-Form
  • G-Form
  • Insel

Vor- und Nachteile im Überblick

KüchenformRaumgrößeVorteileNachteileGut geeignet
Einzeilig
  • kleine Räume, schmal und lang
  • min. 3 m Wandfläche 
  • platzsparend
  • budgetfreundlich
  • wenig Stauraum
  • wenig Stellfläche
  • für kleine Haushalte
Zweizeilig
  • ab 8 qm und für offene Grundrisse
  • Mindestabstand 1,20 m zwischen den Zeilen
  • ausreichend Arbeitsfläche und Stauraum
  • für geschlossene Räume geeignet
  • ungünstige Integration des Essplatzes
  • für kleine bis mittelgroße Haushalte
  • als Koch- und Arbeitsküche
L-Form
  • ab 8 qm, mit Essplatz ab 12 qm
  • Essplatz lässt sich gut integrieren
  • sehr flexible Kücheneinrichtung 
  • geeignet für offene und geschlossene Räume
  • vom Essplatz abgewandtes Arbeiten
  • für mittelgroße Haushalte
  • als Koch- und Wohnküche
U-Form
  • ab 10 qm mit min. 2,40 m Breite
  • viel Arbeitsfläche
  • kurze Arbeitswege
  • optimal für quadratische Räume 
  • Hochschränke sollten nur bedingt mit eingeplant werden, wirken schnell erdrückend
  • Essplatzintegration nicht immer möglich
  • für größere Haushalte und Familien
  • als reine Koch- und Arbeitsküche oder als Wohnküche mit integriertem Essbereich
G-Form
  • ab 12 qm
  • viel Stauraum und Arbeitsfläche
  • günstige Arbeitswege
  • eignet sich sehr gut als großzügige Wohnküche
  • besonders gut für Familien geeignet
  • benötigt viel Platz
  • für größere Haushalte und Familien
  • für Kochliebhaber
  • als Wohnküche mit integriertem Essbereich
Insel
  • ab 15 qm 
  • viel Stauraum und Arbeitsfläche
  • Platz für viele Personen, gemeinsames Kochen als Event
  • benötigt viel Platz
  • für größere Haushalte und Familien
  • für Kochliebhaber
  • als Wohnküche

Größe und Grundriss des Raums beachten

Verschiedene Parameter sind maßgeblich für die Planung. So gibt zum Beispiel die Raumgröße Ihrer Küche sowie deren Grundriss bereits einige Gestaltungsmöglichkeiten oder auch -grenzen vor. Kurz gesagt: Nicht jede Küchenform passt in jede Küche. Welche Form für Ihre Küche infrage kommt ist darum nicht nur Geschmackssache.

Bei Küchen bis ca. 12qm bieten sich oft die platzsparenden Lösungen Ein- oder Zweizeilig oder die L-Form an. Hier wird der vorhandene Platz optimal genutzt, damit genügend Arbeitsfläche und Stauraum entsteht. Praktisch dafür sind Oberschränke, durch die außerdem Stellflächen für Geräte wie zum Beispiel Kaffeeautomat oder Küchenmaschine frei bleiben.

Für Küchen in U-, G-Form oder mit integrierter Kochinsel benötigen Sie eine größere Grundfläche, sie eignen sich besonders gut für offene Lösungen, bei denen der Koch- in den Essbereich übergeht.

Sinnvolle Anordnung für effizientes Arbeiten

Überlegen Sie vorher auch, welche Wege Sie in der Küche häufig gehen, also zum Beispiel vom Gemüse putzen an der Spüle zur Arbeitsfläche und von dort aus zum Herd oder Backofen. Bedenken Sie, dass Sie tropfnasses Geschirr, das Sie am Spülbecken vorgespült haben, nicht quer durch die Küche zum Geschirrspüler tragen möchten. Dieses sogenannte „Arbeitsdreieck“, in dem Sie sich in den verschiedenen Küchenzonen (Zubereiten – Kochen – Spülen) bewegen, sollte also wenn möglich realisiert werden.

Beachten Sie jedoch, dass die korrekte Anordnung der verschiedenen Module zwar für effizientes Arbeiten in der Küche elementar ist, allerdings auch ein Stück weit vorgegeben wird durch vorhandene Anschlüsse, zum Beispiel für Wasser oder (Stark-)Strom.

„Tote Ecken“ nutzen und weitere Stauraum-Tipps

Um Stauraum nicht unnötig zu verschwenden, bieten sich vielfältige Lösungen für alle Küchenformen an. Spezielle Schränke, auch mit drehbaren Rondellen, nutzen jede Ecke bestmöglich aus. Apothekerschränke können in verschiedenen Breiten eingesetzt werden und werten so auch schmale Zwischenräume auf. Scheuen Sie sich nicht davor, auch sehr hohe Oberschränke einzuplanen, wenn die Raumhöhe dies ermöglicht. Neue Technologien lassen das Innenleben mit einem Griff einfach herunter fahren, so dass Sie auch häufig genutzte Utensilien bedenkenlos dort verstauen können.