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Kühlschrank kaufen: Was Sie unbedingt beachten sollten

Wer schon mal eine Zeit lang ohne Kühlschrank leben musste, weiß erst danach dieses Küchengerät wirklich zu schätzen. Gemüse, Käse, Fleisch und viele andere Lebensmittel werden in modernen Kühlgeräten optimal frisch gehalten. Spezielle Kältezonen innerhalb des Kühlschranks sorgen sogar für eine noch längere Haltbarkeit der Nahrungsmittel. Das bedeutet auch, dass es viel seltener vorkommt, dass Sie Essen entsorgen müssen. Ein echtes Plus in der Haushaltskasse. 

Um den Kühlschrank in der Küche bestmöglich zu nutzen, sollten Sie sich an gewisse Regeln halten, was die Kapazität angeht. Denn ein Kühlschrank, aus dem beim Öffnen wegen Überfüllung schon die ersten Joghurtbecher purzeln, kühlt garantiert nicht effektiv. Aber auch zu viel ungenutzter gekühlter Raum treibt die Stromkosten in die Höhe. Folglich gilt es zunächst, den Bedarf an Kühl- und Gefrierkapazität möglichst genau zu ermitteln. 

Größe des Kühlschranks bestimmen

Die Größe Ihres Kühlschrankes hängt von der Personenzahl in Ihrem Haushalt und der Art der Nutzung ab: Singles kommen mit einem Volumen von 100 Litern aus, Paaren dagegen sind 140 Liter zu empfehlen. Für jede weitere Person können Sie jeweils 50 Liter hinzurechnen. Eine vierköpfige Familie sollte also etwa 240 Liter Kühlkapazität zur Verfügung haben. Wenn Sie oft feiern und Gäste bewirten, sollten Sie eher üppiger planen. Da sind Sie mit 300 Litern für die Hochsaison in der Küche gut ausgestattet. 

Auf Energieeffizienz achten

Je mehr Kühlraum Sie einplanen, umso wichtiger ist natürlich eine energiesparende Technik. Sonst wird das Kühlen zum teuren Vergnügen! Der vermeintlich günstigere Preis eines Einsteigergeräts mit niedriger Effizienzklasse ist schnell nivelliert durch den spürbar höheren Stromverbrauch, den Sie für die Nutzungsdauer einkalkulieren müssen. Und ein Kühlschrank läuft nun mal das ganze Jahr täglich 24 Stunden. 

Energieeffizienzklasse heißt das Zauberwort: Ein kompetenter Küchenplaner wird Ihnen niemals ein Kühlgerät empfehlen, das nicht Energieeffizienzklasse A zählt. Er wird Ihnen zu Geräten raten, die mindestens ein Pluszeichen in der Typenbezeichnung führen. Am besten sind Geräte der höchsten Effizienzklasse A+++. Als Faustregel bei vergleichbar großen Geräten gilt: Ein zusätzliches + in der Bezeichnung hinter dem A bringt etwa 25 Prozent Stromersparnis. Also braucht ein A++-Kühlgerät bei gleichem Volumen etwa 25 Prozent mehr Strom als ein A+++-Modell. Bei den heutigen Strompreisen haben Sie den höheren Anschaffungspreis für das effizientere Gerät bereits nach 5 bis 8 Jahren wieder heraus. Schöner Nebeneffekt: Je effizienter Ihr Kühlgerät, desto weniger belasten Sie natürlich auch die Umwelt. 

Tipps vom Profi: Kühlschrank

Mit Null-Grad-Zone mehr Frische für längere Zeit

Sie heißt „Biofresh“, „Vitafresh“ oder „Longfresh“: Die Hersteller haben sich für die Null-Grad-Zone im Kühlschrank unterschiedliche Bezeichnungen ausgedacht. Dahinter verbirgt sich eine Zonenkühltechnik, die sich immer mehr zum Standard für Kühlschränke entwickelt. In der Null-Grad-Zone sind ein oder zwei Schubfächer im Kühlschrank, die eine Temperatur von ca. null Grad aufweisen. Bei zwei Fächern ist sie zudem in „trocken“ und „feucht“ unterteilt. In großen Kühlschränken sind zwei Fächer in einem Gerät längst üblich.

In der feuchten Null-Grad-Zone kühlen Sie Obst, Gemüse und Salat besonders wirksam – bis zu drei Tage oder länger bleibt hier die Frische des Kühlgutes erhalten. In der trockenen Klimazone lagern Sie Fleisch, Fisch und Milchprodukte mit demselben Effekt: Die Lebensmittel bleiben deutlich länger frisch. Ein Temperaturzonenkühlschrank benötigt etwas mehr Energie als einer ohne diese Komfortausstattung. Das sollte aber bei Ihrer Auswahl nicht ins Gewicht fallen. Denn wer einmal bei seiner Vorratshaltung die Null-Grad-Zonenkühlung erlebt hat, wird sie nie mehr missen wollen.

Die optimale Temperatur für Getränke und Wein

Genießen ist in, das gilt natürlich auch für Getränke. Viele Hersteller bieten Kühlschränke an, die Wein und andere Getränke in einem eigenen Fach auf eine angenehme Trinktemperatur bringen. Weinkenner fahren natürlich mit einem separaten Weinkühlschrank am besten, der nicht nur optisch etwas hermacht, sondern Rotwein, Weißwein und Sekt in verschiedenen Klimazonen perfekt lagert.

Kühlschränke für Weinliebhaber

Kühlschränke für Weinliebhaber

Für Fans eines guten Weins ist der Kühlschrank keine gute Lagerstätte. Ein Weinschrank mit verschiedenen Klimazonen kühlt den Wein auf die perfekte Trinktemperatur.

Eiskalt berechnet: Wie viel Gefrierkapazität muss wirklich sein?

Clever einfrieren und viel Energie sparen, auch das gehört zur Planung der geeigneten Kühltechnik. Einfrieren ist praktisch: Mit Tiefkühltechnik haben Sie immer etwas im Haus, wenn der Einkauf mal ausfällt oder überraschend Gäste kommen. Da Gefriertechnik im Schnitt etwa 30 Prozent mehr Energie benötigt als Ihr Kühlschrank, sollten Sie allerdings realistisch abschätzen, wie viel Tiefkühlraum Sie wirklich benötigen. Gehören Sie zu denen, die einfach große Mengen an auftaubaren Vorräten im Haus verfügbar haben wollen, ist eine Kühltruhe im Keller oder im Vorratsraum ideal. Denn eine Gefriertruhe verbraucht deutlich weniger Energie als ein Gefrierschrank. Aber auch hier gilt: Ungenutzter Gefrierraum benötigt dieselbe Energie wie befüllter.

Ein kleines Gefrierfach mit 50 bis 80 Liter Volumen oder ein Gefrierschrank mit 100 bis 130 Liter Inhalt lassen sich mit dem Kühlschrank Ihrer Wahl prima kombinieren. Das ist die ideale Größe für Eiswürfel, ein paar Tiefkühlgerichte, Speiseeis für einen schnellen Nachtisch oder Kräuter aus dem eigenen Garten, die dann auch im Winter dem Eintopf die richtige Würze geben. Um Lebensmittel länger lagern zu können, benötigen Sie mindestens ein Drei-Sterne-Kühlfach. Die Stiftung Warentest beschreibt die unterschiedlichen Richtwerte für Gefrierfach oder -schrank wie folgt:

* (1 Stern) bis minus 6 Grad Celsius; für das kurzfristige Lagern gefrorener Lebensmittel (bis etwa eine Woche)

** (2 Sterne) bis minus 12 Grad Celsius; bis etwa einen Monat

*** (3 Sterne) bis minus 18 Grad Celsius; bis drei Monate

**** (4 Sterne) minus 18 Grad Celsius und kälter; bis ein Jahr und länger 

No Frost oder Low Frost: Der Unterschied

Das klassische Abtauen ist mit modernen Kühlgeräten Schnee von gestern. In den Geräten sind unterschiedliche Systeme eingebaut, die das Abtauen erleichtern oder sogar vollkommen für Sie übernehmen. Sie heißen Low oder No Frost.

Bei der Low Frost Funktion (wird auch als Stop Frost Funktion bezeichnet) verringert sich die Eisbildung im Gefriergerät um bis zu 80 Prozent. Das bedeutet, dass diese Geräte immer noch abgetaut werden müssen, aber deutlich seltener als ein Gerät ohne Low Frost Technik. Erreicht wird das durch eine spezielle Beschichtung der Innenwände, wodurch sich Eis nicht so leicht festsetzen kann.

Die No Frost Funktion sorgt dafür, dass sich gar kein Eis mehr bilden kann. Das bedeutet idealerweise: Nie mehr abtauen. Das geschieht durch ein ausgeklügeltes Umluftsystem, wodurch die Luftfeuchtigkeit aus dem Gefrierschrank abtransportiert wird und sich so nicht mehr als Eisschicht im Gerät ablagern kann. Der Ventilator für die Umluft verbraucht allerdings zusätzlich Strom, weshalb Kühlschränke mit No Frost Funktion meist eine schlechtere Energieeffizienzklasse haben als Geräte ohne No Frost. Lassen Sie sich davon aber nicht täuschen: Zwar benötigt der Umluftventilator mehr Strom, doch das ist weit weniger energieaufwendig als der Betrieb eines vereisten Kühlschranks. Bereits eine dünne Eisschicht sorgt dafür, dass sich der Energieverbrauch des Kühlschranks deutlich erhöht. Und dieser läuft bekanntlich 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche. Ein Gerät ohne No Frost wird Sie auf lange Sicht teurer zu stehen kommen, wenn Sie es nicht regelmäßig abtauen.

Vor- und Nachteile von No Frost Kühlschränken 

+ kein Abtauen mehr notwendig– höhere Anschaffungskosten
+ Energieverbrauch bleibt stabil, da sich keine Eisschicht bildet


Abtauautomatik: Wenn das Eis schon da ist

Bloß nicht zu verwechseln sind die Low bzw. No Frost Systeme mit Abtauautomatiken. Eine Abtauautomatik kommt nämlich erst dann ins Spiel, wenn sich Eis schon gebildet hat, während die anderen Funktionen die Eisbildung von vorne herein verlangsamen oder ganz verhindern sollen.

Je nach Hersteller werden unterschiedliche Varianten für die Abtauautomatik verwendet. Das Grundprinzip ist bei allen ähnlich: Wenn die gewünschte Kühlung im Innenraum erreicht ist, hört der Kompressor auf zu arbeiten. Geschieht das, werden Heizstäbe hinter den Seitenwänden aktiviert. Durch die Hitze verflüssigt sich das bereits entstandene Eis im Gefrierschrank und läuft in die Ablaufrinne des Gerätes. Dieser Vorgang findet permanent statt, wodurch sich keine dicke Eisschicht bilden kann. Küchenprofis empfehlen, sich eine Kühlschrank zu kaufen, der sowohl eine Low Frost oder No Frost Funktion als auch eine Abtauautomatik besitzt. So haben Sie einen garantiert eisfreien Kühlschrank.

Moderne Kühlschränke können mehr

Weitere praktische Neuerungen in modernen Kühlgeräten: die Alarm- und Superkühlfunktionen! Erhöht sich die Temperatur im Innenraum deutlich, ertönt ein Warnsignal. So wird gewährleistet, dass der Kühlschrank nicht zu lange offen bleibt und so zu warm wird. Mit der Superkühlfunktion starten Sie ein schnelles Abkühlen einer großen Menge warmer Lebensmittel, wenn zum Beispiel eine spontane Party bevorsteht. 

Beim Neukauf eines Kühlschranks sollten Sie folgende Punkte definiert haben, wenn Sie zum Planungsgespräch zu Ihrem Küchenplaner gehen. An erster Stelle sollte die Energieeffizienzklasse stehen. Auch ganz wichtig: die Ermittlung Ihres tatsächlichen Bedarfs. MHK-Küchenprofi Dirk Schläfer, Inhaber eines Küchenstudios in Mainz, weiß: „Wir stellen in unseren Planungsgesprächen immer wieder fest, dass unsere Kunden Ihren tatsächlichen Bedarf an Kühl- und Gefrierkapazität falsch einschätzen. Ein zu großer Kühl- oder Gefrierschrank verbraucht nicht nur unnötige Energie, sondern beansprucht auch wertvollen Platz, der viel besser genutzt werden könnte. Oft ist die Platzierung eines Zweitgeräts außerhalb der Küche, das nur bedarfsweise ans Netz geht, sinnvoller.“ Deshalb sollten Sie sich auf Ihr Gespräch mit dem Küchenprofi optimal vorbereiten.

Neue Kühlschrank-Designs: von zurückhaltend bis kunterbunt

In diesem Artikel haben wir Sie umfassend über die wichtigsten Aspekte der Kühltechnik informiert. So wichtig das Innenleben eines Kühlschranks ist, sollte man doch die Optik nicht ganz außer Acht lassen. Schließlich handelt sich um ein großes Gerät, das das Gesicht Ihrer Küche durchaus prägt. Früher waren Kühlschränke fast immer weiß und schlicht, oft verschwanden sie komplett hinter den Fronten. Heute erobern bunte Modelle im Retro-Look oder schicke Edelstahl-Varianten den Markt. Einige Anbieter haben Geräte mit Tafelfronten im Angebot, die sich immer wieder neu beschreiben oder bemalen lassen. Für alle, die sich nicht auf eine Farbe festlegen möchten, sind Kühlschränke mit austauschbaren Fronten erhältlich.

Checkliste Planung der Kühltechnik

  • Energiesparendes Gerät auswählen – ratsam ist Effizienzklasse A++ oder A+++
  • Wie nutzen Sie das Kühlfach: kurzfristige Aufbewahrung oder langfristige Vorratshaltung? 
  • Bei der Planung unbedingt wiederkehrende Überkapazitäten bedenken (regelmäßige Gäste, Wochenendbesucher, Events)
  • Standortbestimmung: Kühlschrank dort einplanen, wo keine Wärmequellen belasten und Sie nur kurze Wege beim Kochen zurücklegen müssen
  • Größe exakt bestimmen: 100-Liter-Kühlkapazität für Singles, 140 Liter für Paare. Für jede weitere Person 50 Liter addieren. Zusätzlich mit 50 Liter Gefrierkapazität pro Person rechnen
  • Für die große Vorratshaltung per Einfrieren: separate Geräte planen
  • Regelmäßiges Abtauen für gute Energiebilanz, entfällt bei No-Frost-Geräten mit Abtauautomatik
  • Null-Grad-Zonen für länger frische Lebensmittel einplanen
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