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Kücheninsel: Formen, Funktionen und Voraussetzungen

Eine Kücheninsel steht ganz oben auf der Wunschliste, wenn es um die Planung einer neuen Küche geht. Kochen ist längst zu einem kommunikativen Event geworden. Immer mehr Menschen möchten nicht alleine in der Küche stehen, sondern in einem offenen Raum, der Teil des Wohnkonzeptes ist. Daher sind in Deutschland inzwischen fast alle Neubauten mit einer offenen Küche, der perfekten Verbindung von Wohn- und Kochbereich, ausgestattet. Kein Wunder, denn bei dem Mehr an Platz durch effiziente Raumnutzung machen die Vorbereitungen auch gleich viel mehr Spaß. Dass man seinen Gästen beim Kochen den Rücken zuwenden muss, gehört dank der Kücheninsel der Vergangenheit an. Welche Voraussetzungen es braucht und worauf Sie bei der Planung Ihrer Inselküche achten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wie viel Platz braucht man für eine Küche mit Kücheninsel?

So schön mehr Freiheit auch ist: Ohne den erforderlichen Raum lässt sich der Traum von der Kücheninsel mit mehr Arbeitsfläche oder Stauraummöglichkeiten für Küchenutensilien nur schwer realisieren. Daher müssen für eine Küche mit Kochinsel mindestens 15 Quadratmeter eingeplant werden. So wird es möglich, sich während der Küchenarbeit in einem Radius von mindestens 80 Zentimetern frei zu bewegen und den Mindestabstand von 1,20 Meter zwischen gegenüberliegenden Schränken einzuhalten. Für alle, die mit so viel Platz nicht dienen können, gibt es auch noch eine positive Nachricht: halbe Kochinseln. Mehr dazu unter dem Punkt Küchenformen.

Wichtige Vorüberlegungen für eine Inselküche

Die Frage mit dem Platz ist geklärt – perfekt! Bevor Sie jedoch das nächste Küchenstudio stürmen und Ihre Traumküche mit Kücheninsel planen, gibt es noch eine Reihe von Überlegungen, um die Sie leider nicht herumkommen werden. 

Eine Kücheninsel fungiert oft als Bindeglied zwischen Wohn- und Kochbereich. Das bedeutet konkret: Auch die Gerüche Ihres Essens verteilen sich schneller im Raum. Aus diesem Grund ist ein sehr guter Dunstabzug mit Umluft- oder Abluftfunktion unentbehrlich. Wenn sich Ihre Kochzone auf der Kochinsel befindet, eignen sich versenkbare Tischlüfter, da diese nach dem Kochen einfach wieder in der Vorrichtung verschwinden. Bedacht werden muss dabei, dass Stauraum verloren geht und dass der Motor einer solchen Tischabzugshaube ziemlich laut sein kann. Es besteht jedoch die Möglichkeit, den Motor auch extern im Keller zu installieren. Auch Mulden- oder Downdraftlüfter eignen sich gut für Kochinseln.

Eine weitere Option sind Inselhauben, die freihängend über der Insel mit dem Kochfeld angebracht werden. Sie saugen effizient Dampf, Fett und Gerüche ein. Achten Sie beim Kauf unbedingt darauf, wie leistungsstark und – ganz wichtig in der offenen Küche – wie laut die Geräte sind. Ähnliches gilt übrigens für Geschirrspüler. Schließlich wollen Sie sich während des Kochens und auch danach unterhalten können, ohne sich anschreien zu müssen. Im Fachhandel wird man Ihnen die entsprechenden Geräte gerne vorführen.

Die Position des Kochfeldes sollte auch wohlüberlegt sein, denn befindet es sich zu nah am seitlichen Rand, könnten Fettspritzer auf Oberflächen landen, wo sie unerwünscht sind: dem Boden, der Wand oder Schrankfronten. Wenn die Kücheninsel auch als Essplatz dienen soll, zum Beispiel in Kombination mit Barhockern, sollte sie statt des Kochfeldes lieber die Spüle beherbergen. Oder Sie entscheiden sich für eine reine „Arbeitsinsel“ zum Vorbereiten, Gemüse schneiden und Teig ausrollen.

Zu guter Letzt müssen Sie auch genau wissen, wie Ihre Strom- und Wasseranschlüsse sowie der Abluftschlauch oder -kanal der Dunstabzugshaube verlegt werden oder bereits verlegt worden sind. Denn davon ist abhängig, ob eine Kücheninsel überhaupt umsetzbar ist. Im Nachhinein sind solche Installationen mühselig, kostspielig oder gar nicht mehr machbar. Deshalb: Frühzeitig planen!

In welcher Form gibt es Kücheninseln?

Wer sich von der geschlossenen Küche verabschiedet, öffnet sich gleichzeitig für neue Formen. Frei stehende Kücheninseln werden als quadratischer oder rechteckiger Block in die Küche integriert. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:

1. Ein- oder zweizeilige Küchen mit Kücheninsel

Eine gängige Kombination ist die ein- oder zweizeilige Küche mit Kochinsel. Auch hier wird die Insel mittig im Raum platziert. Je nach Platzangebot können eine oder zwei Zeilen an den entsprechenden Wänden angebracht werden.

2. Küche in L-Form mit Kücheninsel

Gerade für Haushalte mit wenig Raum bietet sich eine Kücheninsel in Kombination mit einer L-förmigen Küche an. Diese Küchenzeile verläuft um eine Ecke. Der Vorteil: Die Arbeitsflächen werden optimal ausgenutzt, insbesondere auch durch die tiefen Eckschränke. Wenn zusätzlich eine Kochinsel installiert wird, dann besteht die Möglichkeit, entweder den Kochbereich oder den Spülbereich mit den entsprechenden Geräten in der Küchen-L-Zeile oder auf der Kochinsel in der Mitte der Küche unterzubringen.

3. Küche in U-Form mit Kücheninsel

Wer eine Küche in U-Form verbauen möchte, braucht besonders viel Platz. Bei dieser Küchenform wird die Arbeitsfläche ebenfalls optimal ausgenutzt. Auch diese Küchenform kann durch eine vorgelagerte Kochinsel ausgestattet werden. Dadurch wird es auch bei dieser Küchenform möglich, anderen Familienmitgliedern, Bekannten oder Freunden zugewandt zu kochen.

4. Küche in G-Form mit Kücheninsel oder Halbinsel

Die G-förmige Küche ist einer Erweiterung der U-Form. Sie verfügt zusätzlich über ein Element, das an die vorhandene Küche angesetzt wird – eine sogenannte Halbinsel. Klassischerweise kann das eine erweiterte Arbeitsfläche, Stauraum oder ein Bartisch mit Sitzgelegenheit sein. Diese Option bietet sich als perfekter Raumteiler an. Auch bei der Küche in G-Form gilt: Ohne den ausreichenden Platz ist diese Form nur schwer realisierbar. Für große und offenen Räume stellt sie jedoch eine ideale Lösung dar. Wenn nur eine Halbinsel in die Küche integriert werden soll, reichen auch schon 10 Quadratmeter aus. Es kommt in dem Fall aber stark darauf an, wie die Küche geschnitten ist.

Schwarze Hochglanzküche mit Kücheninsel

So vielseitig sind Kücheninseln: Diese enthält eine Spüle und bietet gleichzeitig Platz zum Sitzen

Funktionen von Kücheninseln

Ist die Entscheidung für die passende Küchenform mit Insel gefallen, muss die nächste Angelegenheit geklärt werden: Wird aus der Kücheninsel eine Kochinsel, eine Spülinsel, ein extra Essbereich oder doch vielleicht dringend benötigter zusätzlicher Stauraum? Hierzu sollten Sie überlegen, wie Sie Ihre Küche genau nutzen und wo Sie sich am häufigsten aufhalten. Die Kücheninsel befindet sich meist zwischen der Küchenzeile an der Wand und dem Wohn- oder Essbereich. Beim Arbeiten an der Kücheninsel – sei es beim Vorbereiten, Braten oder Spülen – blicken Sie in den Raum. Beim Arbeiten an der Küchenzeile wenden Sie Ihrer Familie oder Ihren Gästen den Rücken zu. Alles, was an der Kücheninsel passiert, steht mehr im Fokus des Interesses und kann leichter eingesehen werden – also auch schmutziges Geschirr.

Egal für welche Möglichkeit Sie sich entscheiden, bedenken Sie, dass Sie die Flächen lösungsorientiert einteilen. Am besten gelingt dies, wenn Sie das sogenannte Arbeitsdreieck hinsichtlich des Aufbewahrens, Kochens und Spülens im Blick behalten. Damit ist gewährleistet, dass die verschiedenen Funktionseinheiten ausreichend nah beieinander liegen und Sie bequem arbeiten können. Wenn Sie es zum Beispiel praktisch finden, dass das Kochfeld sich direkt neben der Spüle befindet, sollten Sie dies bei der Planung berücksichtigen.

Sollten Sie sich für eine Ess-Insel oder einen Servierbereich entscheiden, kann dieser Teil auch einfach zu einer Art „Bar“ mit Barhockern verlängert werden. Wenn Sie doch lieber Geschirr oder Kochbücher verstauen möchten, dann können diese auch mit offenen Regalen oder verglasten Fronten in Szene gesetzt werden.

Muss die Kücheninsel befestigt werden?

Ob eine freistehende Kücheninsel am Boden befestigt werden muss oder nicht, hängt unter anderem von ihrer Größe und ihrem Gewicht ab. Hier gilt: Je kleiner und leichter die Insel ist, desto eher ist eine Befestigung nötig. Schließlich möchten Sie nicht, dass eine mit Töpfen, Geschirr oder Kleingeräten beladene Schublade beim Herausziehen die ganze Insel zum Kippen bringt. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Kücheninsel zu verankern, zum Beispiel mit speziellen Vierkanthölzern, die am Boden angebracht werden. Die Wände der Kücheninsel werden mit Winkeln daran befestigt. Dadurch ist die Insel zwar kippsicher, doch es gibt zwei Probleme: In einer Mietwohnung dürfen Sie nicht einfach den Boden anbohren, sondern brauchen in jedem Fall die Genehmigung Ihres Vermieters. Ist in der Küche eine Fußbodenheizung installiert, kommt diese Methode ebenfalls nicht infrage.

Wenn der Boden nicht angebohrt werden darf, besteht die Möglichkeit, die Kücheninsel zumindest auf einer rutschfesten Matte zu platzieren oder sie mit Silikon am Boden festzukleben. Kücheninseln mit Spüle oder Kochfeld benötigen ohnehin feste Anschlüsse und sind dadurch stabil mit dem Boden verankert.

Beleuchtungsideen für die Kücheninsel

Damit Sie an der Kücheninsel angenehm arbeiten können, muss sie gut ausgeleuchtet sein. Wenn Sie sich für eine hängende Inselhaube entschieden haben, kann diese gleichzeitig als Lampe dienen. Hier wird aber meist nur das Kochfeld direkt angeleuchtet. Für die Bereiche links und rechts davon eignen sich Pendelleuchten. Damit sie sich daran nicht den Kopf stoßen, sollte ein Mindestabstand von 50 Zentimetern zwischen der Leuchte und der Arbeitsplatte eingehalten werden. Da das Licht beim Kochen von oben kommen sollte, empfehlen sich auch in die Decke eingebaute Spots. Im Arbeitsbereich sollten Sie auf neutralweißes Licht bei einer Beleuchtungsstärke von 500 Lux setzen. Ähnliches gilt, wenn Sie an der Kücheninsel auch mal Zeitung lesen möchten oder Ihre Kinder dort ab und zu Hausaufgaben machen.

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