Eine Frau und ein Mann sehen auf ein Tablet in einer Küche © auremar/Fotolia

Küchen zum Schleuderpreis – ist das möglich?

30, 40 oder sogar 50 Prozent Rabatt – versprechen Prospekte und Werbe-Anzeigen für den Küchenkauf. Ganz so toll sind diese Angebote aber, wenn man mal näher hinschaut, gar nicht. An erster Stelle sind dieserlei Aktionen für eine Sache da: willige Käufer anzulocken und diese zu einem möglichst schnellen Kaufabschluss zu bewegen. Wir erklären, wie Sie im Rabattdschungel den Überblick behalten und tatsächlich beim Küchenkauf Geld sparen können.

Vor allem Möbelgiganten werben offensiv mit Küchen, die bis zu 50 Prozent günstiger sein sollen. Dazu werden auch noch allerhand Geschenke versprochen: Hier gibt es beim Küchenkauf einen Toaster gratis, da gibt es einen Einkaufsgutschein ab einer gewissen Summe. Dass diese Aktionen ausschließlich für den Kundenfang gedacht sind, sollten Sie sich klar machen. Oftmals sind die beworbenen Rabatte im Endpreis schon einkalkuliert. Die Prozentzahlen sind der Köder, mit dem die Küchenkäufer angelockt werden – und das ist oft erfolgreich.

Individualisierungsmöglichkeiten? Fehlanzeige!

Befinden sich die Käufer dann in besagtem Möbelhaus, kommt schnell die Ernüchterung: Die satten Rabatte gibt es nur auf die Küche, wie sie original im Prospekt abgebildet ist. Benötigt man eine andere Form, mehr Schränke, andere Geräte oder will man gar eine andere Frontfarbe, entsteht automatisch ein anderer Preis. Die Küche wird teurer, eine Individualisierung des Prospektangebots ist nicht möglich! Dabei muss nahezu jede Küche individuell angepasst werden.

Und auch wenn es in der Werbung heißt, dass Sie auf eine bestimmte Küchenmarke Rabatt bekommen, sollten Sie vorsichtig sein. Die Prozentzahlen, die Ihnen dabei genannt werden, sind meist nicht real. Egal ob 20 oder 40 Prozent Rabatt, der Endpreis unterm Strich ist das, was zählt. Deshalb gilt beim Küchenkauf: Vergessen Sie die Rabatte und Prozente!

Verschiedene Prozentangaben in einer Sprechblase © GoNeo/Fotolia

Nicht zum Kauf zwingen lassen!

Wenn Sie dann nach der Beratung noch einmal über das Angebot schlafen möchten, kommt der nächste Verkaufstrick zum Tragen: Die Befristung. „Diesen Preis kann ich Ihnen nur heute / bis morgen / bis Ende dieser Woche anbieten!“ So oder ähnlich klingen dann meist die Sprüche. Damit soll Druck auf den potentiellen Käufer ausgeübt werden, sich möglichst schnell zu entscheiden. Sonst ist das Angebot weg und die Küche kein Schnäppchen mehr. Viele schlagen dann vorschnell zu, weil sie die Gelegenheit nicht verpassen wollen. Wir finden: Kein Angebot ist so gut, dass Sie die Entscheidung übers Knie brechen sollten. Eine Küche ist kein paar Schuhe, das Sie bei Nichtgefallen wieder zurückgeben können. Bei einem Kaufvertrag, den Sie vor Ort ohne Finanzierung abgeschlossen haben, besteht nämlich kein Widerrufs- oder Umtauschrecht, wie viele fälschlicherweise glauben.

Fachhändler machen bei der Preisschlacht nicht mit

Anders als große Möbelhäuser werben Fachhändler meist nicht mit Rabatten und Prozenten. Das bedeutet aber nicht, dass Sie hier mehr Geld für die gleiche Küche zahlen müssten. Ganz im Gegenteil: Fachhändler bieten individuell geplante Küchen genauso günstig – und manchmal sogar noch günstiger als Möbelhäuser an. Da hier aber Qualität und Fachkompetenz im Vordergrund stehen, werden die Preise nicht als Lockmittel eingesetzt. Zudem setzen Fachhändler die Käufer nicht mit Sätzen wie „Sie müssen sich schnell entscheiden, sonst ist dieses Angebot weg!“ unter Druck. Die Küchenpreise, die Ihnen hier angeboten werden, sind oft mehrere Wochen gültig.

Wenn Sie bei der Küchenplanung echte Schnäppchen machen wollen, können Sie sich auch nach Ausstellungsküchen umsehen. Fachhändler bieten ihre ausgestellten Küchen zum Verkauf an, wenn neue Küchen in der Ausstellung aufgebaut werden sollen. Diese sind zu einem reduzierten Preis zu haben, können oft auch nachträglich angepasst und sofort mitgenommen werden.