Drei Personen schauen auf ein Tablet © goodluz/Fotolia

Wissenswertes zum Küchenkauf

Wieso Tiefpreisgarantien Papiertiger sind

Das Werben mit dem Tiefstpreis ist beliebte Praxis, auch in der Küchenbranche. Dabei wird versprochen, dass man die besagte Küche nirgendwo anders so günstig bekommt. Doch genau das stellt sich in der Realität meistens als Papiertiger – eine Leistung, die nur auf dem Papier gut aussieht – heraus.

Die Verkäufer versuchen sich mit verschiedenen Schlupflöchern aus der Garantie zu winden. Beispielsweise greift die Tiefpreisgarantie nur, wenn das Produkt identisch mit dem günstigeren Angebot ist. Bei Küchen ist das fast unmöglich, denn schon eine kleine Änderung – ob in der Zusammenstellung der Teile oder auch nur eine Abwandlung des Modellnamens – führt dazu, dass es nicht mehr ein und dieselbe Küche ist. Auch können die Verkäufer im Kleingedruckten der Tiefpreisgarantie festlegen, wie groß der Umkreis ist, in dem sich der Händler mit dem günstigeren Angebot befinden muss. Ebenso können die Verkäufer in den Garantiebedingungen bestimmen, wie lange ein Differenzbetrag erstattet werden müsste – vier Wochen oder doch nur 14 Tage nach Verkauf?! 

So und auf viele andere Weisen behalten sich die Händler kleine Auswege aus dem Versprechen „Tiefpreisgarantie“ vor. Trotzdem wird groß damit geworben – auch wenn im Endeffekt diese Garantie beim Küchenkauf in den seltensten Fällen wirklich greift.    

Warum man die Küchenplanung Profis überlassen sollte

Eine Küche ganz einfach selbst planen? Das ist eben gar nicht so einfach, wie man vielleicht denkt. Die Küche ist mehr als nur ein paar Schränke mit Geräten darin. Schon alleine die Planung von Herdanschluss, Abluftkanal, Wasser- und Abwasserleitungen sollte gut durchdacht sein, damit die Geräte später sinnvoll eingebaut werden können.

Doch auch wenn die Anschlüsse im Raum bereits vorgegeben sind, bedeutet das nicht, dass die Planung der Küche nun kinderleicht ist. Ganz im Gegenteil: Es gibt viele verschiedene Details, die Laien nicht wissen können und deshalb bei einer eigenmächtigen Planung vernachlässigen oder gar vergessen würden. Die Ergonomie zum Beispiel. Es wird dann auf den „Look“ der Küche geachtet, aber nicht darauf, dass auch das Arbeiten leicht fällt. Das sogenannte Arbeitsdreieck (Kochen, Spülen, Kühlen) ist aber essentiell, um nicht unnötig lange oder verkomplizierte Wege in der Küche zurückzulegen. Ein weiterer häufiger Fehler passiert Laien bei der Planung der Unterschränke: Nämlich Türen anzubringen. Diese sorgen nicht nur für Unübersichtlichkeit, sondern führen auch dazu, dass man sich viel häufiger bücken muss. Jeder Fachmann würde von Türen an den Unterschränken abraten und Auszüge einplanen.

Das waren nur einige Beispiele, welche Fehler bei der Küchenplanung passieren können. Es gibt aber noch sehr viel mehr Hürden, die es zu meistern gilt. Das geht am besten, indem Sie sich einen Profi an Ihre Seite holen.  

Wie man Qualitätsunterschiede bei der Küche erkennt

Wer will schon schlechte Qualität für sein Geld? Niemand natürlich und schon gar nicht bei der neuen Küche. Doch wie erkennt man eigentlich Qualität bei Küchen?

Prüfzeichen und Gütesiegel sind eine gute Möglichkeit, Qualität bei einer Küche zu erkennen. So können sich Küchenhersteller unter anderem vom TÜV mit dem GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit freiwillig auszeichnen lassen. Damit bescheinigt der TÜV, dass sich der Hersteller an die Qualitäts- und Sicherheitsstandards des deutschen Produktsicherheitsgesetzes hält. Auch die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel e.V. vergibt ein Gütesiegel an Küchenhersteller. Das sogenannte „Goldene M“ kann freiwillig erworben werden, geprüft werden dabei unter anderem Haltbarkeit, Materialqualität, Langlebigkeit, Gesundheitsverträglichkeit und Umweltverträglichkeit der Küchenmöbel. Wer ganz besonders auf die Umwelt achten will, sollte nach dem PEFC-Zertifikat Ausschau halten. Dieses garantiert, dass das verwendete Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt.

Küchen, die keine Gütesiegel und Zertifikate haben, sind deshalb aber nicht per se von minderer Qualität. Es gibt noch weitere, augenscheinliche Merkmale, an denen Sie Qualität erkennen und überprüfen können. Beispielsweise sind die Beschläge typische Bauteile, an denen hochwertige Küchen ausgemacht werden können. Diese sollten aus Metall und verstellbar sein und sich zudem leise schließen lassen. Auch wenn das Scharnier ohne Werkzeug einstellbar ist, spricht das für eine höhere Qualität. Sind die Schränke mit normalen Fachböden ausgestattet, sollten diese in der Höhe verstellbar sein. An den Auszügen können Sie die Stabilität überprüfen. Die Schienen sollten zudem aus Metall bestehen und voll ausziehbar sowie mit Selbsteinzug versehen sein.

Die Verarbeitung der Fronten ist auch ein Qualitätsmerkmal, welches Sie selbst überprüfen können. Schauen Sie sich hier die Kanten genau an. Sind diese nicht sauber verarbeitet, spricht es für eine mindere Qualität. Auch das verwendete Material können Sie hier prüfen: Wurde die Front mit einer Folie beklebt, entsteht an der Kante ein Grat, der sichtbar ist. Folienfronten sind zwar die günstigste Variante, bergen aber auch die Gefahr, dass sich die Folie durch Eindringen von Feuchtigkeit mit der Zeit ablösen kann. Setzen Sie – wenn es preislich machbar ist – besser auf Fronten aus Melamin oder Lack. Diese sind beständiger und können sich auch nicht von der Trägerplatte lösen.

Generell gilt: Wird die neue Küche extrem preisgünstig, wird irgendwo gespart – meist an der Qualität der Teile. Wenn Ihnen eine hochwertige und somit auch langlebigere Küche wichtig ist, sollten Sie auf die zuvor erwähnten Punkte achten. Bei einem Profi im Küchenfachhandel brauchen Sie keine Angst haben, dass Ihnen qualitativ minderwertige Küchen verkauft werden, denn in den Küchenplanungsgesprächen werden alle Teile genau mit Ihnen besprochen und individuell ausgewählt.

Wie Sie beim Küchenkauf nicht in die Spar-Falle tappen

Zugegeben: Wir sparen doch alle gerne. Hier ein Angebot, da eine Aktion. Wenn es etwas günstiger gibt, schlagen wir gerne zu. Bei Küchen sollten Sie Ihren inneren Sparfuchs aber zähmen, denn das kann schnell nach hinten losgehen. Zu viel sparen zu wollen wirkt sich am Ende negativ auf Sie aus, genauer gesagt auf Ihren Spaß am Kochen.

Wenn Sie an der Küche zu viel gespart haben, kann das Kochen nämlich richtig anstrengend werden. Bestes Beispiel sind die Eckschränke. Viele verzichten hier auf eine spezielle Lösung, um Geld zu sparen. Statt eines Karussells werden normale Fachböden verbaut. Das bedeutet im Alltag: Immer wieder kramen oder hineinkriechen in den Schrank, um an die hinteren Gerätschaften zu gelangen. Dass das wenig praktikabel ist, erschließt sich jedem.

Auch in Sachen Innenausstattung wird gerne gespart, was sich im Nachhinein als Fehler herausstellt. Denn unaufgeräumte Auszüge sorgen dafür, dass Sie länger in der Küche stehen und nach dem Kochlöffel suchen. Spezielle Ausstattung wie eine Vorrichtung für den gelben Sack in einem hohen Unterschrank macht zusätzlich die Küche aufgeräumter – so ist der Müllsack gleichzeitig aus den Füßen und dem Blickfeld.

Wie Sie sehen, haben die vermeintlich teuren Zusätze immer einen guten Grund: Mehr Komfort. Da eine Küche durchschnittlich zwischen 15 und 20 Jahre genutzt wird, sollten Sie sich gut überlegen, woran Sie sparen möchten. Ein Küchenfachmann kann Ihnen dabei helfen, damit Ihre neue Küche trotz Sparmaßnahmen nicht zum Koch-Fiasko wird.     

Wie viel Sie bei fetten Rabatten wirklich sparen

30, 40 oder sogar 50 Prozent Rabatt – versprechen Prospekte und Werbe-Anzeigen für den Küchenkauf. Ganz so toll sind diese Angebote aber, wenn man mal näher hinschaut, gar nicht. An erster Stelle sind dieserlei Aktionen für eine Sache da: willige Käufer anzulocken und diese zu einem möglichst schnellen Kaufabschluss zu bewegen. Wir erklären, wie Sie im Rabattdschungel den Überblick behalten und tatsächlich beim Küchenkauf Geld sparen können.

Vor allem Möbelgiganten werben offensiv mit Küchen, die bis zu 50 Prozent günstiger sein sollen. Dazu werden auch noch allerhand Geschenke versprochen: Hier gibt es beim Küchenkauf einen Toaster gratis, da gibt es einen Einkaufsgutschein ab einer gewissen Summe. Dass diese Aktionen ausschließlich für den Kundenfang gedacht sind, sollten Sie sich klar machen. Oftmals sind die beworbenen Rabatte im Endpreis schon einkalkuliert. Die Prozentzahlen sind der Köder, mit dem die Küchenkäufer angelockt werden – und das ist oft erfolgreich.

Befinden sich die Käufer dann in besagtem Möbelhaus, kommt schnell die Ernüchterung: Die satten Rabatte gibt es nur auf die Küche, wie sie original im Prospekt abgebildet ist. Benötigt man eine andere Form, mehr Schränke, andere Geräte oder will man gar eine andere Frontfarbe, entsteht automatisch ein anderer Preis. Die Küche wird teurer, eine Individualisierung des Prospektangebots ist nicht möglich! Dabei muss nahezu jede Küche individuell angepasst werden.

Und auch wenn es in der Werbung heißt, dass Sie auf eine bestimmte Küchenmarke Rabatt bekommen, sollten Sie vorsichtig sein. Die Prozentzahlen, die Ihnen dabei genannt werden, sind meist nicht real. Egal ob 20 oder 40 Prozent Rabatt, der Endpreis unterm Strich ist das, was zählt. Deshalb gilt beim Küchenkauf: Vergessen Sie die Rabatte und Prozente!

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