Vorbereitung auf das Küchenplanungsgespräch © goodluz/Fotolia

Optimal vorbereitet ins Küchenplanungsgespräch

Wussten Sie, dass statistisch gesehen jeder deutsche Bundesbürger in seinem Leben drei Küchen kauft? Die Zahl zeigt: Eine neue Küche ist eine gewichtige Aufgabe – für den Küchenverkäufer genauso wie für den Kunden. Und Letzterer möchte möglichst lange etwas von seiner Küche haben, deswegen muss sie perfekt auf seine Bedürfnisse zugeschnitten sein. Eine genaue und detaillierte Planung nimmt viel Zeit in Anspruch und führt über eine Vielzahl von Fragen. Um die ersten Planungsgespräche so zielorientiert und effektiv wie möglich zu machen, sollten Sie sich also gut vorbereiten. Und dazu gehört keineswegs nur die Klärung des Budgets.

Von A wie Apothekerauszug bis Z wie Zusatzlicht: Am Ende Ihrer Küchenplanung steht das gesamte Konzept. Bis dahin gilt es viele Kleinigkeiten zu bedenken und auch große Entscheidungen zu treffen. Eine Hilfe ist, sich schon im Vorfeld im Internet und in Küchenstudios mit schönen Küchenplanungen zu beschäftigen und sich Details aufzuschreiben. Damit bekommt der Küchenexperte einen Eindruck, welche Art der Küche Ihnen zusagt und wo Ihre Vorstellungen liegen. Inspiration bekommen Sie auch in Wohnzeitschriften und Katalogen – zu viele Eindrücke kann man nicht gewinnen. Lassen Sie auch den Familienrat tagen, vielleicht wollten Ihre Kinder schon immer eine Theke für das schnelle Frühstück am Morgen? Eine gemeinsame Vorbereitung auf die Küchenplanung wird ganz neue Wertschätzung und Vorfreude in Ihr Haus bringen. 

Checkliste für die Küchenplanung:

  • Wie hoch ist das Budget?
  • Wie soll die neue Küche genutzt werden?
  • Wie ist die Raumaufteilung und wo sind Anschlüsse?
  • Stauraumbedarf analysieren
  • Stil, Farben und Materialien: Was gefällt Ihnen?
  • Wer nutzt die Küche und sind Kinder im Haushalt?
  • Erfordern Ihre Kochgewohnheiten bestimmte Geräte?
  • Muss die Küche in ein offenes Wohnkonzept passen?
  • Wie wollen Sie ein flexibles Beleuchtungskonzept integrieren?

In fünf einfachen Schritten den Stauraumbedarf ermitteln

Mehr als jeder zweite Küchenstudiobesucher bemängelt das Stauraumkonzept in seiner vorhandenen Küche. Übervolle Schubladen oder unpraktische Anordnung der Schränke: Die Liste ist lang, wenn es um überholte, wenig durchdachte Küchenausstattung geht. In der neuen Küche soll alles besser werden. Daher muss der Stauraumbedarf schon vorher konkret errechnet werden. Dafür braucht es gar keine komplizierte Formel, ausreichend sind schon Vorüberlegungen, was in der jetzigen Küche alles vorhanden ist, mittels einer strukturierten Liste, die den Bedarf in der Küche erfasst. Bewährt hat sich die Aufteilung in sogenannte Küchenzonen. Die jeweiligen Zonen beinhalten Funktionsbereiche, die getrennt voneinander betrachtet werden können. Je nach Zone überlegt man sich den momentanen Raumbedarf und notiert den Wunschzustand von Auszügen und Fächern. So kann in fünf einfachen Schritten der Raumbedarf ermittelt werden:

Vorrat 

Die Küchenzone „Vorrat“ umfasst vor allem alle Verbrauchsgüter wie gekühlte und ungekühlte Lebensmittel. Damit alle Vorräte gut untergebracht werden können, sollten Einkaufsgewohnheiten notiert werden. Kochen Sie gerne vor oder sind Sie eher der Spontankäufer? Gerade in dieser Küchenzone bewähren sich Apothekerauszüge und Auszüge für Backutensilien. Der Kühlschrank wird ebenfalls hier eingeplant, so sind alle Lebensmittel leicht zugänglich an einem Ort verfügbar. Im Bereich Bevorraten gilt: Großzügiger kalkulieren und ruhig ein bis zwei Auszüge oder Stauraumfächer mehr einplanen. So lassen sich auch Aromen voneinander trennen. 

Vorbereitung

Der Bereich „Vorbereitung“ umfasst eine großzügige Arbeitsfläche, die im besten Fall nicht übereck, sondern linear angeordnet ist. Küchenschränke mit schmalen Auszügen für Gewürze und Öle sowie Messer und Schneidebretter lassen sich hier einfach unterbringen. Auch Hingucker wie ausklappbare Gewürzregale oder magnetische Messerhalter sind ideal. 

Zubereitung und Kochen

Die wichtigste Küchenzone besteht aus den Bereichen „Zubereitung und Kochen“. Dazu zählen Herd, Backofen und Dunstabzug. Falls Sie eine Kücheninsel planen, ordnen Sie diese Bereiche dieser auch unbedingt zu und planen Sie mit breiten und tiefen Auszügen. Vor allem Kochbesteck, Töpfe und Pfannen werden hier aufbewahrt. Auch kleinere Auszüge für Topflappen und Untersetzer sind nützlich. 

Reinigung

Spülbecken, Geschirrspüler und Stauraum für Mülleimer gehören in die Zone „Reinigung“. Schmale, aufgeteilte Auszüge für Müllbeutel und Putzzubehör sowie einen Oberschrank für Putzmittel sollten hier berücksichtigt werden. Je nachdem, wie Sie Ihren Müll trennen, sollte ein geräumigerer Unterschrank für den Abfallsammler eingeplant werden. 

Stauraum

Die Küchenzone „Stauraum“ umfasst jegliches Küchenzubehör. Mixer, Mikrowelle und Kaffeemaschine gehören dazu. Ebenso Besteck, Geschirr und Aufbewahrungsdosen. Überlegen Sie, welche Kleingeräte präsent auf der Arbeitsfläche bleiben und welche eher selten genutzt in Fächern verschwinden sollten. Große und breite Auszüge sowie Eckschränke mit Karussell passen besonders gut in diesen Bereich. 

Traumfarbe für die Traumküche

Die Planung im Küchenstudio beginnt vielleicht bei einer entspannten Tasse Kaffee. Dann die erste Frage: Haben Sie sich schon Gedanken über die Farbgebung gemacht? Wenn dann eher unsichere Blicke den Küchenberater treffen, weiß dieser, dass Sie noch mitten im Findungsprozess stecken. Was wie ein Einzelfall klingt, ist Alltag in Küchenstudios. Obwohl die meisten Kunden spontan wissen, welche Küche gefällt und welche nicht, tun sie sich doch ungleich schwerer, Farben und Formen aus dem Ausstellungskontext in die eigene Traumküche einzufügen. Fotos von Ihrer Wohnung und Musterküchen können in modernen Computersimulationen ein klareres Bild von Ihrer Traumküche erschaffen. Besonders das Material ist nicht nur eine Frage des Geschmacks und der Handhabung, sondern auch eine des Geldbeutels. Kunststoff, Massivholz oder lieber Lack?

Checkliste Material und Farbe: 

  • Wenn Sie einen bevorzugten Stil haben, können Sie die dazu passenden Farben eingrenzen 
  • Die Küchenfronten bestehen vor allem aus Massivholz, Kunststoff, Lack oder Acryl 
  • Die größte Farbauswahl finden Sie bei Kunststoff- und Lackküchenfronten 
  • Kombinationen aus hellem Holz und Glas bringen effektvoll Licht in kleinere Küchen
  • Die Küchenbeleuchtung kann Küchenfronten besonders wirkungsvoll in Szene setzen
Grundriss als Planungsgrundlage © Gina Sanders/Fotolia

Grundriss als Planungsgrundlage

Damit die Küche vom Planer richtig bemessen werden kann, muss ein Grundriss der Küche zum Planungsgespräch mitgebracht werden. Zudem sollten Sie – wenn vorhanden – die Anschlüsse für Herd, Backofen und Geschirrspüler aufzeichnen.

Grundrisse und Anschlüsse als Planungsgrundlage

Vor Ihrem ersten Gespräch und zur Vorbereitung auf die Küchenberatung sollten Sie Ihre Küche ausmessen. Wenn die Küchenanschlüsse noch nicht festgelegt sind, können die Anschlüsse auch während der Küchenberatung besprochen werden. Die Maße des Küchenraums und die Lage der Anschlüsse haben wesentlichen Einfluss auf die Umsetzbarkeit der funktionalen Küchenzonen. Besonders die Planung der Küchengeräte und die mögliche Küchenausstattung steht und fällt nicht nur mit dem Budget, sondern auch mit dem zur Verfügung stehenden Platz. Eine Skizze ist daher unerlässlich, damit Wünsche wie Kochinseln oder offene Raumkonzepte in der Küchenplanung diskutiert werden können. 

Tipps für eine sinnvolle Anordnung der Küchenzonen:

  1. Funktionsbereiche nicht trennen, sondern zusammen am besten linear oder übereck anordnen. 
  2. Für Linkshänder sollte die Anordnung gespiegelt werden, da die Arbeitsrichtung eine andere ist. Beispielsweise steht der Kühlschrank dann auf der anderen Seite der Schränke. 
  3. Ordnen Sie entsprechend nach aufeinander folgenden Arbeitsschritten: Die Zone Vorbereitung sollte unbedingt in der Nähe des Bereichs Kochen liegen.
  4. Vermeiden Sie die Anordnung der Küchenzone Zubereitung und Kochen in einem Durchgangsbereich, denn dort halten Sie sich am meisten auf. 

Das sollten Sie zu einem Beratungsgespräch im Fachhandel mitbringen

  • Fotos des Küchenraums
  • Maße der Wände in Zentimetern
  • Lage von Anschlüssen für Wasser, Starkstrom oder Gas
  • Die Lage der Türen und Fenster. Öffnen diese in die Küche oder nach außen?
  • Falls es eine Abzugshaube mit Abluft geben soll: Lage der Maueröffnung
  • Position von Möbeln oder Raumausstattung, falls vorhanden

Praktische Helfer

Mit unseren eigens für Sie entwickelten Online-Anwendungen kommen Sie Ihrer persönlichen Traumküche schnell und einfach ein Stück näher. Lassen Sie sich durch den Stilberater inspirieren, planen Sie Ihre Küche individuell mit dem Online-Küchenplaner bis ins letzte Detail und der Budgetrechner verrät Ihnen, wie viel Küche Sie sich leisten können. Und schon steht Ihrer neuen Küche nichts mehr im Weg.

Beratung ist die halbe Planung 

Kücheninteressenten müssen geduldig sein. Eine ausführliche individuelle Planung braucht Zeit und auch meist ein oder zwei Nächte, um darüber zu schlafen. Wer sich da für den Gang ins Möbelhaus oder gar Baumarkt entscheidet, dem wird durch die Präsentation von Fertigküchen der Entscheidungsprozess vermeintlich leicht gemacht. Fertigküchen locken mit einem niedrigen Mitnahmepreis und modernem Design. Dafür erhält man eine voll eingerichtete Küche in Wunschfarbe und muss lediglich die Maße klären. Individuelle Wünsche sind kaum umsetzbar. So verblasst der Fertigküchentraum schnell. Dasselbe gilt für hochwertigere Materialien und aufwendig komplizierte Raumgestaltungen jenseits der Norm: Individualität hat bei Fertigküchen wenig Spielraum.  

Was sind die Vor- und Nachteile der Planung im Küchenfachgeschäft? 

+ individuelle Raumplanung je nach Grundriss- durch individuelle Lösungen teurer als Fertigküchen
+ individuelle Planung auf Grundlage des tatsächlichen Bedarfs- keine Selbstmontage möglich
+ große Auswahl an Materialien und Geräten- längere Lieferzeit, keine Mitnahmeküche 
+ ausführliche Beratung von der Planung bis zur Montage 
+ Erweiterungen und Änderungen sind über das Küchenstudio möglich


Schlussendlich hilft ein Küchenprofi, der sich Zeit für Sie nimmt, Geld zu sparen und Enttäuschungen zu vermeiden, nämlich dann, wenn die Küche auf lange Sicht und optimal an Ihre Bedürfnisse angepasst ist. Die MHK-Expertin Claudia Frey, Inhaberin eines Küchen Fachgeschäftes in Kandel, weiß: „In meiner langjährigen Berufserfahrung habe ich immer wieder Kunden gehabt, die nach einem frustrierenden Fertigküchenexperiment den Weg zur Beratung gefunden haben. Eine individuell geplante Küche hat noch niemand bereut!“