Ratgeber

Mit Pyrolyse den Backofen reinigen

Als Pyrolyse bezeichnet man eine thermo-chemische Spaltung organischer Verbindungen, für die sehr hohe Temperaturen notwendig sind. Dafür ist kein zusätzlich zugeführter Sauerstoff erforderlich, wie zum Beispiel bei Vergasung oder Verbrennung. Und genau diese Eigenschaften machen sich moderne Pyrolyse-Backofen zunutze: Sie bieten ein Selbstreinigungsprogramm an, bei dem durch sehr hohe Temperaturen Schmutz und Rückstände im geschlossenen Backofen verbrannt werden. Übrig bleibt nur Asche. So wird das klassische Backofen reinigen für Sie überflüssig!

Ein Pyrolyse-Backofen spart Zeit und Nerven

Was fast zu einfach klingt, um wahr zu sein, funktioniert tatsächlich. Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Zeitersparnis: Sie müssen den Backofen nicht mehr stundenlang einweichen und dann lange nachwischen, bis er wieder strahlt. Nach der Reinigung durch Pyrolyse wischen Sie einfach die verbliebenen Aschereste aus dem Backrohr.
  • Verzicht auf chemische Reiniger: Scheuermittel und scharfe Reinigungssprays gehören mit Pyrolyse der Vergangenheit an. Und das gibt ein gutes Gefühl, möchte man doch beim Backen und Braten keine Putzmittelrückstände vorfinden!
  • Kein lästiges Schrubben: Ihr Fitnessprogramm können Sie ab sofort wieder anderweitig absolvieren, denn Muskelkraft ist mit einem Pyrolyse-Backofen nicht mehr gefragt. Einfach Reinigungsprogramm einschalten und nach Beendigung den Ofen kurz feucht auswischen.

Dazu kommt, dass lästige Gerüche durch angebrannte Essensreste im Backofen ausbleiben, auch die häufig damit einhergehende Rauchentwicklung. Das alles klingt nach einer lohnenden Investition. Ein paar Nachteile gibt es bei der Selbstreinigung allerdings auch, die nicht verschwiegen werden sollten.

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Achten Sie beim Kauf auf geräteabhängige Besonderheiten

Alle großen Hersteller wie Siemens, Bosch, AEG oder NEFF haben Backöfen mit Selbstreinigung im Programm. Die Anschaffungskosten eines pyrolysefähigen Backofens liegen oft über den Preisen für vergleichbar gute Geräte ohne das zusätzliche Feature. Achten Sie beim Kauf außerdem auf die Energieeffizienzklasse des Gerätes: Gerade, wenn Sie das Reinigungsprogramm häufiger nutzen möchten, lohnt es sich sehr, auf einen energiefreundlichen Backofen zu achten, um Kosten zu sparen und die Umwelt nicht unnötig zu belasten.

Backbleche und -roste, die Sie zur Zubereitung im Ofen verwenden, sind häufig nicht geeignet für die Pyrolyse. Dieses Zubehör müssen Sie also aus den Backöfen entfernen und separat reinigen – häufig von Hand, da es für die Spülmaschine zu groß ist oder zu stark verschmutzt. Erkundigen Sie sich außerdem vorab, ob der Pyrolyse-Backofen insgesamt gereinigt werden kann, oder ob bestimmte Einzelteile, wie Einschubschienen, zuerst abmontiert werden müssen. Denn dieser Arbeitsschritt ist aufwändig und kostet zusätzlich Zeit.

Besonders ärgerlich ist es, wenn nach der Reinigung durch Pyrolyse nicht alle Rückstände verbrannt wurden, also zum Beispiel an der Glasscheibe des Ofens. Das kann vorkommen und erfordert nachträgliches Putzen und Schrubben.

Für wen ist ein Pyrolyse-Backofen geeignet?

Trotz der genannten Nachteile ist ein Backofen mit Pyrolysefunktion eine feine Sache. Besonders, wenn Sie Ihren Backofen häufig nutzen und überwiegend fettige Speisen zubereiten, wie zum Beispiel Braten oder Hähnchen, lohnt sich ein solches Gerät schnell. Auch wenn Sie eher nachlässig in der Verwendung von schützendem Backpapier – zum Beispiel unter Pizza – sind, erleichtert Ihnen das Feature die Küchenarbeit. Für Menschen, die eher am Herd kochen, anstatt zu backen oder gratinieren, ist ein Pyrolyse-Backofen nicht unbedingt notwendig.

Alternativen zur Pyrolyse:
So reinigen Sie Ihren Backofen ganz einfach

Um einen Backofen wieder strahlend sauber zu bekommen, gibt es ein paar Tipps und Tricks, mit denen Ihnen die ungeliebte Tätigkeit spielend leicht von der Hand geht.

  • Am besten wischen Sie den Backofen regelmäßig nach jeder Benutzung gründlich aus. So können sich Speisereste gar nicht erst fest einbrennen.
  • Verzichten Sie lieber auf scharfe Reiniger. Sie hinterlassen unangenehme Gerüche, die bei der nächsten Nutzung auf die Speisen übergehen können. Außerdem belasten sie unnötig die Umwelt.
  • Eine backofengeeignete Schale gefüllt mit Wasser und dem Saft einer Zitrone bei 50°C für ca. eine halbe im Ofen stehen lassen. Das verdampfte Wasser-Säure-Gemisch löst Krusten und Fettspritzer an, die Reinigung danach fällt so leichter.

Die größten Irrtümer über selbstreinigende Backöfen

Auch wenn sich Pyrolyse zunehmend durchsetzt, sind noch immer zahlreiche Mythen und Irrtümer über Backöfen mit Selbstreinigung im Umlauf, die wir an dieser Stelle aufklären möchten.

Irrtum Nr. 1: Pyrolyse ist schlecht für die Umwelt

Damit die Pyrolyse ihre volle Wirkung entfalten kann, müssen hohe Temperaturen erreicht werden. Dafür wird natürlich Energie in Form von Strom benötigt. Doch die tatsächlich benötigten Kilowattstunden halten sich in Grenzen. Hinzu kommt, dass bei der Reinigung mit Pyrolyse komplett auf den Einsatz chemischer Putzmittel verzichtet werden kann. Wer aufgrund des Stromverbrauchs dennoch Bedenken hat, kann sich alternativ für einen selbstreinigenden Backofen mit Katalyse entscheiden. Dieser verfügt über eine besondere Beschichtung aus Emaille oder Keramik, der zusätzlich Metalloxide beigemischt wurden. Dies bewirkt, dass Fettspritzer und Essensreste an den Backofenwänden keinen Halt finden und sich demnach nicht festsetzen. Fettpartikel zerfallen bereits während des Backvorgangs. Der Nachteil: Die Beschichtung ist empfindlich und nutzt sich mit der Zeit ab. Chemische Reinigungsmittel und kratzige Schwämme sind darüber hinaus tabu. Was viele nicht wissen: Pyrolyse-Backöfen sind besonders gut isoliert, wodurch der Stromverbrauch bei der normalen Benutzung geringer ist.

Irrtum Nr. 2: Pyrolyse ist gefährlich

Vielen Verbrauchern gefällt der Gedanke nicht, den Backofen so lange Zeit bei derart hohen Temperaturen laufen zu lassen. Was ist, wenn ein Familienmitglied ihn während des Reinigungsvorgangs öffnet? Hier haben die Hersteller vorgesorgt: In dem Moment, in dem das Programm gestartet wird, verriegelt sich die Backofentür automatisch. Bei manchen Modellen kann die Backofentür während der Pyrolyse allerdings sehr heiß werden. Lassen Sie sich am besten im Fachhandel beraten, welche Hersteller dieses Problem am besten in den Griff bekommen haben.

Irrtum Nr. 3: Pyrolyse ist teuer

Hier gilt im Prinzip dasselbe wie beim Energieverbrauch. Ein Reinigungsvorgang verursacht etwa einen Euro Stromkosten – und man kann die Zeit, in der der Ofen sich selbst reinigt, anderweitig nutzen. Ein gutes Backofenspray, mit dem man tatsächliche Resultate erzielt, hat auch seinen Preis. Backöfen mit Pyrolyse sind etwas teurer in der Anschaffung als vergleichbare Öfen ohne Selbstreinigungsfunktion. Backofen mit Katalyse sind günstiger als solche mit Pyrolyse.

Irrtum Nr. 4: Es gibt kaum Zubehör für Pyrolyse-Öfen

Wer sich für den Kauf eines selbstreinigenden Backofens entscheidet, sollte darauf achten, dass Zubehör wie Backbleche, Roste oder ausziehbare Schienen pyrolysefähig sind. Sonst müssen diese vor dem Vorgang entfernt und manuell gereinigt werden. Die großen Hersteller wie Siemens, Bosch, AEG, Bauknecht, Miele oder NEFF bieten inzwischen Zubehör an, das während der Pyrolyse im Backofen verbleiben kann. So wird das Backblech gleich mit gereinigt und muss nicht separat geputzt werden.

Irrtum Nr. 5: Während und nach der Pyrolyse riecht es in der Küche verbrannt

Wenn Lebensmittelreste bei hohen Temperaturen verbrannt werden, kann es schon mal zu einer Geruchsentwicklung kommen. Durch die gute Isolierung hält sich diese jedoch in Grenzen. Ein großer Vorteil besteht darin, dass der Backofen im Anschluss an das Reinigungsprogramm wirklich sauber ist. Es finden sich, anders als bei Öfen ohne Pyrolyse, keine Verschmutzungen, die sich bei jedem Backvorgang weiter einbrennen und unangenehme Gerüche verursachen.

Häufige Fragen zur Pyrolyse

Pyrolyse ist eine Spezialprogramm zur Backofenreinigung, bei dem das Gerät auf etwa 500 Grad erhitzt wird. Alle Rückstände wie Lebensmittelreste oder Fettspritzer werden dadurch zu Asche verbrannt, die man im Anschluss einfach mit einem feuchten Tuch wegwischen kann.

Das Programm läuft je nach gewählter Stufe und Hersteller etwa eine bis drei Stunden.

Das kommt darauf an, wie intensiv der Backofen genutzt wird. Die Hersteller empfehlen, die Pyrolyse drei bis fünf Mal im Jahr durchzuführen. Wenn häufig Gerichte zubereitet werden, bei denen viel Fett aus den Speisen tropft und spritzt, kann die Pyrolyse natürlich auch häufiger zum Einsatz kommen.

Nicht alle Backbleche sind für die Pyrolyse geeignet. Darüber sollte man sich vor dem Kauf informieren. Utensilien aus Edelstahl oder Aluminium dürfen  grundsätzlich nicht mit Pyrolyse gereinigt werden. Viele Hersteller bieten inzwischen Zubehör an, das während der Pyrolyse im Backofen verbleiben kann und so mitgereinigt wird. Dann entfällt zusätzliches Spülen und das umständliche Abmontieren von Schienen und ähnlichem.

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