Ratgeber

Betonküche: Wie das Material die Küche erobert

Außergewöhnliche Materialien sind in der Küchenwelt gerade auf dem Vormarsch – insbesondere Beton liegt voll im Trend. Kein Wunder: Der Werkstoff ist stabil, kratzfest und bietet schicken Loft-Charme. Ob es sich dabei um echten Beton handelt oder nur eine Küche in Betonoptik ist, entscheidet vor allem der Geldbeutel.

Küchenfronten aus Beton

Nicht jede Küche, die wie Beton aussieht, ist auch tatsächlich aus Beton gefertigt – das ist schon eine Frage des Gewichts. So werden Betonfronten oft aus Keramik oder Kunststoff künstlich nachgebildet. Diese stehen den echten Betonfronten optisch und meist auch haptisch in nichts nach, da mittels spezieller Verfahren die Struktur des Betons imitiert wird. Mit einem speziellen Verfahren können allerdings auch Küchenfronten mit echtem Beton hergestellt werden. Dabei wird auf eine Trägerplatte aus MDF eine feine Betonschicht aufgebracht. 

Wie das möglich wird? Durch Hochleistungsbeton aus sehr fein vermahlenem Zement, der zu Sichtbeton verarbeitet wird. Er erinnert von der Konsistenz her an Honig und kann sogar nur millimeterdick auf einen Untergrund aufgetragen werden. Die Betonschichten müssen gerade bei Küchenfronten sehr dünn sein, deshalb werden teilweise strukturfestigende Materialien beigemischt.

Arbeitsplatten aus Beton

Ähnlich wie bei Fronten haben Sie bei Arbeitsplatten die Wahl zwischen echtem Beton und Betonoptik. Arbeitsplatten in Betonoptik bieten den Vorteil, dass sie weniger massiv sind als ihre echten Gegenstücke. Dadurch spart man sich schon bei der Planung der Küche viel Kopfzerbrechen, denn wenn man mit einer echten Betonplatte plant, müssen die Küchenmöbel entsprechend viel Gewicht aushalten können. Echte Betonarbeitsplatten können nämlich pro Quadratmeter bis zu 100 Kilo schwer sein. 

Sollten Sie sich für eine Arbeitsplatte aus Beton entscheiden, ist wichtig, vorher die Tragfähigkeit der Unterschränke in Erfahrung zu bringen. Ein reiner Holzunterbau wäre beispielsweise angesichts des Gewichts zu fragil. Um an der Stelle auf Nummer sicher zu gehen, empfiehlt es sich, die Küche aus einer Hand planen zu lassen.

Soll die Arbeitsplatte aus echtem Beton bestehen, muss man sich darüber im Klaren sein, dass diese meist individuell gegossen werden müssen. Zudem können nach einer Weile im Küchenbetrieb Gebrauchsspuren sichtbar werden, da Beton ein offenporiges Material ist. Besonders Fettspritzer oder säurehaltige Reinigungsmittel hinterlassen einen bleibenden Eindruck auf den Betonoberflächen. So entsteht mit der Zeit ein natürlicher Patinaeffekt, der aber auch schick aussieht – also ist das nicht unbedingt ein Nachteil, sofern einem dieser Look gefällt.

Vor- und Nachteile von Beton in der Küche

Vorteile Nachteile
stabil, eignet sich deshalb für Arbeitsplatten und Fronten als Arbeitsplatte sehr schwer, was beim Einbau berücksichtigt werden muss
ist ein Blickfang, da Betonküchen eher ungewöhnlich sind nicht günstig in der Anschaffung
schöner Patinaeffekt Versiegelung bei Arbeitsplatten muss aufgefrischt werden

Beton-Arbeitsplatte schützen

Eine Arbeitsplatte aus Beton kann zusätzlich versiegelt werden, damit sie vor dem Eindringen von Wasser und Fruchtsäuren geschützt ist. Je nach Geschmack kann dieser Lack glänzend oder matt aufgetragen werden. Neben der synthetischen Versiegelungsmethode gibt es auch noch die Möglichkeit, den Beton mit Ölen oder Wachs zu behandeln. Da diese Schicht aber nur ein paar Wochen hält, muss die Prozedur regelmäßig wiederholt und damit der Look aufgefrischt werden. 

Mit heißen Töpfen, Blechen oder Kannen sollten Sie nach wie vor vorsichtig umgehen, da auch der lackierte Beton durch Hitzeeinwirkung beeinträchtigt werden kann. Möchten Sie Ihre Küche reinigen, sind ein feuchtes Tuch und milde Reinigungsmittel am besten geeignet.

Beton stilvoll kombinieren

Wer an Beton denkt, der verbindet dieses Material wahrscheinlich zunächst mit dem Straßenbau oder Wänden und Böden in modernen Gebäuden. Wenn man ehrlich ist, dann wirkt dieser urbane, moderne und cleane Stil auch ein wenig kühl. Doch richtig kombiniert wird das Material zum Hingucker. Zum einen, weil es sich sehr gut mit Materialien wie Holz und Metall kombinieren lässt, und zum anderen, weil mit Betonelementen der gewollt unfertige Look gelingt. Deshalb werden auch Industrial Küchen bevorzugt mit Beton ausgestattet. 

Häufige Fragen zur Betonküche

Wie viel eine Betonküche kostet, kann man nicht pauschal beantworten. Denn schon allein die Tatsache, ob man echten Beton oder das Imitat verwendet, ändert den Preis der Küche stark. Das Imitat ist günstiger als die echte Variante, steht dieser aber in Sachen Aussehen und Haptik in Nichts nach.

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